Jeden Tag Ostern oder Rituale rund ums Spazierengehen

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Hunde brauchen nicht nur Spaziergänge, sondern auch Rituale. Schließlich sind sie Gewohnheitstiere. Bijou und Emile warten morgens immer ganz aufgeregt auf ihren Spaziergang. Wenn Herrchen in der Woche früher aufsteht, stehen sie solange vor der Schlafzimmertür, bis ich komme, da sie wissen: dann gibt es den heiß herbeigesehnten Morgenspaziergang. Manchmal wird Emile auch ungeduldig und jammert leise vor sich hin, aber nur, um mich, sobald ich die Türe öffne, stürmisch zu begrüßen. „Zieht Frauchen Joggingsachen an oder gibt es einen normalen Spaziergang?“, das wird von beiden genau beobachtet. Obwohl es im Grunde nicht wichtig ist, denn in jedem Fall sind sie mit von der Partie. Auch Bijou hat noch keinerlei Probleme bei der Jogging- oder Walkinggrunde mitzuhalten.

Jetzt im Winter zieht Emile natürlich sein Mäntelchen an, in das er von ganz alleine schlüpft, sobald man es ihm hinhält. „Anschnallen“ (Leine festmachen) und schon kann es losgehen. Bis zur Wiese steigt die Ungeduld von Sekunde zu Sekunde, denn dort kann er frei laufen. Aber wie Bijou auch, bleibt er immer in Sichtweite. Und nach der Rückkehr gibt es wieder feste Rituale. Zuerst geht es durch den Hintereingang in den Garten. Dort ist das Wichtigste, zu prüfen, ob alles in Ordnung ist und nicht vielleicht irgendwelche vierbeinigen Eindringliche sich dort über Nacht zu schaffen gemacht haben. So war es vor wenigen Tagen. Da waren beide sofort losgerast, als sie vor dem Schlafen noch ihre Gartenrunde drehen sollten. Emile hat sogar gebellt, was eines der seltenen Ereignisse in seinem Leben ist. Beide rasten zum Zaun und waren ganz aufgeregt. Auch wenn wir nichts entdecken konnten, wird es vermutlich eine Katze oder ein Fuchs gewesen sein, den sie vertrieben haben.

Egal, ob morgens oder abends, anschließend sitzen beide vor der Tür und warten aufs „Füsse putzen“. Denn auch das gehört zum festen Ablauf, bei dem Emile immer ganz besonders eifrig ist und sofort ein Pfötchen nach dem anderen reicht. Erst er, dann Bijou, denn Emile kann viel schlechter warten und drängt sich immer vor. Außerdem dauert es bei ihr länger, da sie ein langes Fell hat, in dem sich allerlei Schmutz verfängt, so dass auch ihr Bauch immer gerubbelt und geputzt werden muss, was sie besonders genießt.

Dann gibt es Frühstück in Form von getrocknetem Pansen, Dörrfleisch, getrockneter Lunge, getrockneten Fischchen und ein „Zahnstängchen“, wie wir die Kaustangen nennen, die dazu beitragen, dass sich kein Zahnstein bildet. Seitdem Bijou sie regelmäßig frisst, musste sie nicht mehr zum Zahnsteinentfernen. Emile hatte bisher noch gar keine Probleme damit, weil er ja noch jung ist. Er bekommt aber sein Frühstück auch nicht einfach so, sondern liebt es, wenn er sein Pansenstück entweder – im Sommer im Garten – geworfen kriegt oder es versteckt wird. So hat er jeden Tag Ostern und fängt meist schon an zu suchen, sobald man die Hand in die Tüte gesteckt hat oder einmal damit um den Tisch gelaufen ist. Während er dann schon fleißig sucht, ist genügend Zeit, es zu verstecken. Meist findet er es zwar schnell, aber da er dann überschwänglich gelobt wird, ist er superstolz und trägt seine Beute erhobenen Schwanzes in sein „Nest“, wie wir sein Körbchen nennen (irgendwie hat man so seine eigene Sprache mit den „Mäusen“….).

Spaziergänge sind ja für alle Hunde die Höhepunkte des Tages. Gelegenheit dazu gibt es in Köln reichlich. Denn im Bundesvergleich belegt die Domstadt mit mehr als 80 ausgewiesenen Hundefreilaufflächen vorderste Ränge. Daneben gibt es in den Randbereichen auch einige Gebiete, in denen frei laufende Hunde ebenfalls geduldet sind. Das sind die Landschaftsschutzgebiete, zu denen zumeist die Stadtrandgebiete ohne Bebauung und die Flächen entlang des Rheins zählen. Dort dürfen Hunde auf den Wegen unangeleint laufen, diese aber nicht verlassen. Wo genau es aber im Stadtgebiet die Freilaufflächen gibt, findet man auf der städtischen Internetseite oder im Hundeführer „Fred und Otto unterwegs in Köln“.

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Bijou und Emile für Center TV im Gertrudenhof

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Der Gertrudenhof in Hürth war vergangene Woche das Ziel von Bijou und Emile. Dorthin waren sie mit Frauchen von der Center-TV-Redakteurin Claudia Welkisch eingeladen, um „Fred und Otto unterwegs in Köln“ in der Sendung Rheinzeit vorzustellen. Das haben sie prima gemacht, obwohl es ganz schön kalt war. Zum Glück hatte Emile aber sein Mäntelchen mit und Frauchen auch an eine warme Decke zum Drauflegen gedacht.

Nach zehn Minuten war der Spuk auch schon vorbei und Emile und Bijou konnten zurück ins warme Auto. Das war ihnen lieber, als sich die vielen Tiere des Streichelzoos zu beschauen, die dort herumliefen. Das Ergebnis sieht man hier: http://koeln.center.tv/mediathek/videoportal/rheinzeit/ – es ist der dritte Beitrag der halbstündigen Sendung.

Im Anschluss gab es einen Belohnungsspaziergang am Rhein.

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Feinde im eigenen Garten oder was Hunde so alles lernen können

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Große Aufregung herrschte vor einiger Zeit am frisch angelegten Gartenteich. Eine Ente hatte sich auf dem Wasser niedergelassen – Grund genug für Bijou, in großes Gebell zu verfallen. Bijou lief aufgeregt hin und her, was auch Emile anlockte. Zu Zweit umkreisten sie den Teich und Bijou entrüstete sich immer mehr, dass die Ente sich nicht von ihr beeindrucken ließ. Schließlich klappt das sonst immer gut, so etwa bei Kühen. Ein bisschen Gebell und auf die Kuh zugerannt und schon flüchtet sie. Auch Katzen und Eichhörnchen lassen sich in der Regel allein schon durchs Hinterherlaufen vertreiben. Nur einmal hat Bijou bisher die Erfahrung gemacht, dass der dicke Kater einer Freundin nach dem anfänglichen Weglaufen plötzlich stehen blieb und einen Buckel machte. Das hatte sie ganz schön erschreckt – schließlich war der Kater genauso groß wie sie. Also – dann doch lieber wieder etwas auf Abstand gehen.

Die Enten an Rheinufer oder am Gardasee jedenfalls waren ganz leicht zu vertreiben. Ein bisschen gebellt und schon nahmen sie Reißaus. Aber dieses Exemplar, dazu auch noch im eigenen Garten, war eine Frechheit. Schwamm einfach weiter friedlich weiter hin und her. Und dass, obwohl selbst Emile seinen Kopf so weit hervorstreckte, dass er fast in den Teich fiel. Völlig unverständlich, aber auch langweilig, so dass beide nach einiger Zeit aufgaben – aber nur, um beim nächsten Mal das gleiche Spiel wieder zu veranstalten. Aber was sollte die arme Ente denn auch machen, schließlich konnte sie nicht wegfliegen, war sie doch nur aus Plastik, aber zu weit weg für Bijou, als das sie an ihr hätte riechen können. Jetzt ist allerdings erst einmal Ruhe, die Ente wurde gestern in den Winterschlaf geschickt. Sie wartet gemütlich im trockenen Schuppen auf ihren erneuten Einsatz im Frühling.

Vielleicht lernt Bijou ja eines Tages, das alles Theater hier nicht hilft. Denn lernen können Hunde ja eigentlich ganz gut. Andere Hunde werden zum Mantrailer, Rettungshund oder Jagdhund ausgebildet. So etwa der acht Monate alte Bayerische Gebirgsschweißhund Sepp und seine Schwester Anna. Die haben im Sommer mit ihren Herren, einem Jäger-Ehepaar auf Gut Leidenhausen das Apportieren trainiert. Das müssen sie lernen, wenn sie eine Prüfung für Niederwild (Hasen, Kaninchen, Fasanen) absolvieren wollen. Bei der Eignung für Hochwild geht es indes eher um das Aufspüren von erlegten Rehen, Hirschen und Wildschweine. Geübt wird mit „Rinderschweiß“ wie das Blut in der Jägersprache heißt. Nach einem halben Jahr müssen die Gebirgsschweißhunde, Pudelpointer, Hannoveranischen Schweißhunde oder Dackel fit sein für die Gebrauchshunde-Prüfung, bei der sie zudem auch ihre Schussfestigkeit unter Beweis stellen müssen.

Ein anderer typischer Hundejob, ist der Fährtensucher. Das ist einer der anspruchvollsten Aufgaben für Hunde und basiert auf dem optimalen Geruchssinn des Hundes. Auf einer Distanz von 250 Metern bis zu zwei Kilometern wird das Auffinden von kleinen Gegenständen trainiert. Man beginnt hierzu mit der Eigenfährte und kann in den verschiedenen Stufen bis hin zu einer drei Stunden alten Fremdfährte, die auch noch mehrfach von Verleitungsfährten gekreuzt ist, den Hund ausbilden und in Prüfungen führen. Neben der Fährtenarbeit kann der Hund zusätzlich noch das Stöbern lernen.

Und was es sonst noch so alles für Hundejobs gibt, steht in „Fred & Otto unterwegs in Köln“, ab sofort im Buchhandel. 

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Emile und Bijou im Fernsehen

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Morgen sind Emile und Bijou, die beiden Stars von „Fred und Otto unterwegs in Köln“, bei Center TV in der „Rheinzeit“ zu Gast. Ausgestrahlt wird die Sendung um 18.05 Uhr, wiederholt um 21.05 Uhr sowie am Freitag um 9 und 12 Uhr.

Zu empfangen ist Center TV im analogen Kabelnetz von Unitymedia und NetCologne auf Kanal S 18, im digitalen Kabelnetz bei Unitymedia auf Kanal 129 MHz und bei NetCologne auf Kanal 113 MHz sowie bundesweit bei T-Home Entertain. (http://www.koelntv.com/home)

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Das Morgenritual – oder Benimmkurse für kleine und große Vierbeiner

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Gewiss sagt jeder Hundebesitzer von seinem Liebling, dass er der beste sei. Genau wie bei Kindern, macht die Liebe einfach blind. Jedenfalls bin auch ich davon überzeugt, dass Emile und Bijou die schönsten, besten und liebsten Hunde überhaupt sind. Außerdem haben sie wirklich ein ausgezeichnetes Benehmen. Das betrifft auch das Ausschlafen. Während die beiden die Nacht brav in ihrem Körbchen im Wohnzimmer verbringen, kommt Emile morgens meistens leise ins Schlafzimmer geschlichen und legt sich auf das Schaffell neben das Bett (Bijou kommt oftmals schon nachts oder manchmal auch gar nicht). Jedenfalls bekommt Emile auf diese Weise mit, wenn sich im Bett was regt. Dann reckt er den Kopf und „spingst“, ob Frauchen und Herrchen wach sind. Wenn wir dann „nein“ sagen oder uns nicht mucksen, legt er sich wieder hin und wartet weiterhin brav.

Sobald wir aber sprechen oder er klare Aufstehsignale erkennt, landen zwei Vorderpfoten und eine nasse Hundeschnauze im Bett und eine umfangreiche Begrüßungszeremonie mit Öhrchenlecken, Hände beknabbern und den Kopf unter die Bettdecke schieben beginnt. Da er weiß, dass er nicht ins Bett darf, bleibt er dabei konsequent mit den Hinterbeinen auf dem Boden stehen – egal wie lange es dauert, wenn wir dann schmusen. Ich frage mich immer, ob das nicht furchtbar ungemütlich ist, aber ihm scheint es nichts auszumachen. Das ganze Getobe aktiviert auch Bijou, die dann vor Freude johlend, bellend-quitschend neben dem Bett Position bezieht und wartet, dass sie auch gestreichelt wird.

Weitere Beweise für das mustergültige Benehmen der beiden ist, dass sie sich nie aufdrängen, nicht betteln und kaum bellen – Emile so gut wie gar nicht und Bijou nur, wenn es gilt, einen mutmaßlichen Eindringling vom Gartenzaun zu vertreiben. Wenn wir mal weg sind, warten beide geduldig schlafend im Körbchen auf unsere Rückkehr. Sie zerbeißen nichts, machen nichts schmutzig oder stellen sonst etwas an. Das einzige ist, dass sie es sich schon mal heimlich auf der Couch gemütlich machen, was die zurückbleibenden Haare verraten.

Gehen Bijou und Emile mit ins Restaurant, legen sie sich brav unter den Tisch und schlafen – vorausgesetzt Emile hat seine Decke dabei. Denn auf den kalten harten Boden legt er sich keinesfalls, während Bijou sich einfach hinschmeißt. Emile bleibt einfach stehen – was wir natürlich nicht mit ansehen können und ihm dann eine Jacke auf den Boden legen. Begegnen wir beim Spaziergang anderen Hunden, laufen beide ganz selbstverständlich weiter – es sei denn, einer macht Anstalten zum Spielen. Aggressiven Hundegenossen weichen beide entsetzt aus. Emile hasst solche Konfrontationen und unterwirft sich sofort. Bijou wird dann schon mal frech oder versucht, Emile zu beschützen. Dabei überschätzt sie sich und das kann dann auch schon Ärger geben. Zweimal wurde sie gebissen, aber zum Glück nicht wirklich schlimm. In eine richtige Beißerei war noch keiner verwickelt.

Obwohl sie noch nie eine Hundeschule gesehen haben, sind sie also die reinsten Musterhunde, sehr leicht zu erziehen und immer bedacht, alles richtig zu machen. „Glück gehabt“, denke ich mir oft, denn ich kenne viele Leute, bei denen sich die Erziehung oftmals ganz schön schwierig gestaltet. Bei komplizierten Charakteren hilft nur eine Hundeschule. Denn am Anfang sind alle Hunde niedlich und verspielt, aber wenn sie größer werden, gibt es immer wieder Probleme.

Um dem vorzubeugen haben die verschiedenen Hundesportvereine oder Hundeschulen Welpenspielstunden eingerichtet – eine Art Kindergarten für junge Hunde. Hier geht es darum, Kontakt zu Altersgenossen zu knüpfen und ein paar einfache Regeln des Sozialverhaltens zu erlernen. Mit kleinen Übungen sollen die Hundekinder in ihrer wichtigen Prägungsphase gesellschaftssicher gemacht werden. Dazu gehören einfache Kommandos und das Heranführen ans Stadtleben. Sie lernen Radfahrer, den Straßenverkehr oder das Straßenbahnfahren kennen. Wenn die Hunde etwa 20 Wochen alt sind, wechseln sie in die Junghundegruppe, wo es mehr um die körperliche und geistige Arbeit für Hund und Herrchen geht. Ab fünf Monaten erhalten Hunde einen Basis-Erziehungskurs, den auch erwachsene Hunde besuchen können. Hier lernen sie durch positive Bestärkung, auf Herrchen oder Frauchen zu achten und mit ihm als Team verschiedene Übungen zu erarbeiten.

Mehr zum Thema gibt es bei „Fred & Otto unterwegs in Köln“, ab sofort im Buchhandel.

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Der Welpendeal

SpziergangHOchwasserübung55Emile benimmt sich manchmal wie ein Welpe. So liegt er etwa im Körbchen und kaut auf einer Vorderpfote herum, so als würde er Nägelkauen oder Daumenlutschen. Dabei ist er schon drei Jahre alt, zehn Wochen war er, als er zu uns kam und zuckersüß. Wir haben ihn von einem Pferdehof am Niederrhein. Sein Vater lebt bei einer Trainerin auf der Pferderennbahn in Weidenpesch und die erzählte, dass ihr Hund bei Bekannten eine Whippethündin auf dem Reiterhof gedeckt hat. Dort leben neben den Pferden und der Whippethündin noch zwei Weimaraner. Papiere hat Emile zwar keine, aber es handelt sich nachweislich um eine Hobbyzucht und nicht um Geldmacherei, wie es bei den „Wühltischwelpen“ der Fall ist.

Die Anschaffung eines Welpen beginnt heute für viele Menschen mit Online-Anzeige. Diverse Internetportale, aber auch Tageszeitungen wimmeln von diesen Inseraten. Aber wer da zugreift macht sich unter Umständen schuldig am Tierleid. Die „Billig, will ich“-Mentalität ist hier, wie bei vielen anderen Dingen, absolut fehl am Platz. Wer bei Tieren nur auf den Preis schaut, sollte sich lieber ein Stofftier anschaffen. Ganz oft sind es nämlich Hundehändler, die mit dem Tierleid versuchen, Reibach zu machen.

Viele der unter den schlimmmen Umständen geborenen und transportierten Welpen sind todkrank, psychisch gestört und sozialunverträglich. Sie wurden viel zu früh von der Mutter, die als lebende Gebärmaschine dient, entfernt. Viele stammen aus Ost- und Südosteuropa und gelangen – manchmal auch über die seit 2012 zwar offiziell verbotenen, aber immer noch existierenden – Tiermärkte in Belgien und den Niederlanden nach Deutschland. Die angeblich geimpften Hunde haben in Wirklichkeit noch nie einen Tierarzt gesehen, Papiere und Impfausweis sind, falls überhaupt vorhanden, gefälscht.

Erst im Juli 2013 entdeckten fränkische Polizeibeamte bei einer Routinekontrolle auf der A70 bei Schweinfurt 78 Hundewelpen. Die Reise der etwa vier bis acht Wochen alten Welpen unterschiedlichster Rassen, die sich in Gitterboxen und einem Karton drängelten, sollte nach Belgien gehen. Der 55-jährige Fahrer des Wagens hatte keine Genehmigung zum Tiertransport, von der Einhaltung geltender Tierschutzbestimmungen und den hygienischen Zuständen in seinem Kofferraum ganz zu schweigen. Er wurde vorläufig festgenommen, die Welpen kamen ins Tierheim.

Mehr zum Thema und wie man seriöse von unseriösen Hobbyzüchtern unterscheidet und warum Rassehunde mit Papieren vom Züchter so teuer sind, steht in „Fred & Otto unterwegs in Köln“ – ab morgen im Buchhandel.

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Bijou mit Eichhörnchen-Gen

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Gleich ist wieder Futter-Zeit. Emile und Bijou bekommen abends ihr Essen, dann wenn wir auch gemütlich zusammensitzen und schlemmen. Einfach ist es jedoch nicht mit den beiden, denn sie sind sehr mäkelige Fresser mit ganz bestimmten Vorlieben. Bijou liebt beispielsweise Fisch in jeder Form: getrocknet als Snack zwischendurch, gekocht oder gebraten, auch schon mal als Leckerchen von Frauchens Teller. Und sie mag Nüsse und Sonnenblumenkerne. Das habe ich erst zufällig entdeckt. Bei unseren Spaziergängen am Rheinufer hat Emile immer die Krähen gejagt, die ganz nah an uns heran kamen. Eines Tages habe ich mal versucht, sie mit Sonnenblumenkernen zu locken, was darin mündete, dass ab diesem Zeitpunkte immer eine Krähe angeflogen kam, sobald sie mich mit den beiden Hunden erblickte. Und dann fing Bijou an, mit der Krähe um die Sonnenblumenkerne zu streiten. So gab es jeweils einen Kern für die Krähe und dann wieder einen für Bijou. Ich habe schon mal überlegt, ob vielleicht Eichhörnchen-Gen in ihr enthalten ist.

Emile hat für das Fressen von Samen oder Nüssen gar kein Verständnis. Er schaut immer ganz entsetzt, wenn ich ihm, weil er bettelt, wenn Bijou etwas kriegt, einen Sonnenblumenkern hinhalte. Entweder er dreht den Kopf weg oder nimmt ihn, um in sofort angewidert auszuspucken. Dafür frisst er Möhren. Als wir mal auf einem Pferdehof – er stammt auch von einem in Geldern – zu Besuch waren und die Pferde Möhren bekamen, wollte er auch eine. Aus Spaß haben wir ihm eine hingehalten – und er hat sie gefressen. Für Gemüse hat wiederum Bijou gar nichts übrig.

Beim Fleisch sind sie auch nicht immer einer Meinung. Bijou mag es gern roh und Emile war vom ersten Rohen fast angewidert – inzwischen frisst es aber auch er. Grundsätzlich mag er es lieber gekocht oder aus der Dose. Dosenfutter ist wiederum nicht unbedingt Bijous Liebstes. Weil es so schwierig ist, haben beide den ganzen Tag über ein gefülltes Näpfchen mit Trockenfutter in der Küche stehen, damit sie sich bedienen können. Aber abends ist halt die Hauptfütterungszeit. Dann warten sie darauf, dass es als Leckerchen zwei Eßlöffel Dosenfutter oder Fleisch obendrauf gibt. Wenn Emile aber vorher zuviel „genascht“ hat, dann hebt er sich das schon mal für nachts auf. Morgens jedenfalls ist das Näpfchen leer. Gemeinsam ist beiden jedenfalls eine besondere Vorliebe für gesunde Snacks wie getrockneten Pansen, Lunge, Herz, Hähnchenhälse oder Trockenfleisch. Solche Sachen gibt es immer zum Frühstück nach dem Morgenspaziergang.

Bei Trockenfutter achte ich ganz besonders auf die Qualität. Denn es ist unglaublich, was darin alles enthalten sein kann. Die billigen Produkte vom Discounter sind zwar oftmals als gut getestet, aber Stiftung Warentest beurteilt dabei nicht, woraus sich die Inhaltsstoffe zusammensetzen, sondern nur, ob alle Proteine, Mineralien und Vitamine enthalten sind, die der Hund so braucht. Und das ist dank künstlicher Zusätze auch beim minderwertigsten Futter zumeist der Fall. Noch ein paar Geschmacks- und Farbstoffe und schon schmeckt es dem Hund und sieht nett aus: rot für „Rind“, ocker für „Geflügel“. Ohne die Geschmacksstoffe würde gewiss kein Hund freiwillig so etwas fressen, denn von Natur aus konsumieren sie ja eher keine Sägespäne oder Hufe. Das ist es nämlich, was an pflanzlichen und tierischen Stoffen enthalten ist – eben alles, was für Menschen ungenießbar ist. Darauf weist die Produktbeschreibung nur indirekt hin: so muss etwa Rindfleischmehl tatsächlich aus Rindfleisch bestehen, währenddessen bei Rindermehl das ganze Tier verarbeitet wurde, einschließlich Knochen, Hörnern und Hufen.

Bei billigen Trockenfuttern spart man höchstens kurzfristig, denn Bauchspeicheldrüsen- und Verdauungsprobleme sind auf Dauer vorprogrammiert. Dann fressen die Tierarztkosten beim älteren Hund das Gesparte wieder auf. Mehr über die Ernährung des Hundes gibt es übrigens in „Fred und Otto unterwegs in Köln“, ab nächste Woche im Buchhandel.

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