Immer Ärger mit dem Futter – und den Hinterlassenschaften

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Als Hundebuchautorin muss man immer auf dem neuesten Stand sein, dachte ich mir. So stieß ich bei einer meiner Recherchen auf das „Schwarzbuch Tierarzt“. Unter dem Titel „Hunde würden länger leben, wenn….“ (http://www.dr-ziegler.eu/) plädiert die österreichische Tierärztin Jutta Ziegler dafür, sich seinen Tierarzt gut auszusuchen. Sie teilt ihre Berufsgruppe, vereinfacht ausgedrückt, in drei Kategorien ein: die Gierigen, denen es nur ums Geldverdienen geht, die Gleichgültigen, die sich zwar weiterbilden und immer auf dem neuesten Stand sind, aber wenig kritisch mit den Angeboten der Futtermittel- und Medikamentenindustrie umgehen und die Verantwortungsvollen, die nicht einfach behandeln, weil es Geld bringt oder weil die Medikamente-Hersteller empfehlen, den Hund soundsooft im Jahr entwurmen oder impfen zu lassen und die auch die Inhaltsstoffe von Fertigfutter genauestens analysieren.

Das hat mich aufhorchen lassen. Zwar war ich bis jetzt der Meinung, dass Emile und Bijou ein gutes Hundefutter bekommen, aber nach der Lektüre des Buches bin ich nicht mehr so sehr davon überzeugt. Auch wenn ich nicht die Ansicht der Autorin teile, dass nur die Rohfütterung das einzig Wahre ist, habe ich mich nun doch noch mal eingehender mit den Inhaltsstoffen des Futters befasst. Dass im Trockenfutter nur Fleischmehl, statt das Mehl des ganzen Tieres enthalten sein sollte, habe ich bereits vor einiger Zeit ausgeführt, aber nun geht es um den Anteil. Erstaunt stellte ich fest, dass unser teures Hundefutter nur 18 Prozent Fleischanteil enthält – ups, das ist doch ein bisschen wenig. Dafür sind aber jede Menge Vitamine zugesetzt – das ist doch nicht natürlich. Und das Futter enthält nur 24 Prozent Proteine – soviel wie eine „Schuhsohle“, wie die Tierärztin schreibt.

Also, ab ins Internet und nach Futtern gesucht. Und so fand ich ein hochwertiges Hundefutter, das zwar 14 Euro teurer im 15-Kilo-Sack ist, aber sage und schreibe 80 Prozent (!) Fleischanteil und 38 Prozent tierische Proteine enthält. Hinzu kommen Obst, Gemüse und diverse Kräuter – die Inhaltsangaben hörten sich richtig appetitlich an. Zwar sind hier auch ein paar Vitamine zugesetzt, aber nur in ganz geringem Umfang. Auf Getreide kann man bei Hundefutter übrigens grundsätzlich gut und gerne verzichten. Wir müssen es sowieso, da Emile mit Durchfall darauf reagiert.

Getreide ist nur eine billige Energie- und Proteinquelle im Futter. Dabei sind Hunde von Natur aus es gar nicht gewohnt. Sie haben grundsätzlich einen sehr geringen biologischen Bedarf an Kohlenhydraten, wie ich jetzt weiß. Der hohe Kohlenhydratgehalt in Getreide kann zu Übergewicht, Diabetes und Verdauungsproblemen führen. Das ist vermutlich auch der Grund für Emiles übelriechende Winde, die er trotz Getreidefreiheit manchmal hatte. 48 Prozent Kartoffelmehl zeugen ja von jeder Menge Kohlenhydraten. Und auch das Verhältnis von Rohfaseranteil, Rohasche und Rohprotein ist im bisherigen Futter nicht ideal.

Das wird sich nun ändern. Schön, wenn er also demnächst nicht mehr pupst und nicht mehr so viele Häufchen macht. Das kommt auch der Umwelt zugute. Hundekot ist ja ohnehin ein großes Problem in der Landschaft. In Köln sind solche Hinterlassenschaft auf Gehwegen, in Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen die Hauptgründe für Auseinandersetzungen zwischen Hundehaltern und anderen Menschen. Laut Mitteilung der Stadt landen täglich rund acht Tonnen Hundekot auf Straßen und Wegen. Und das, obwohl es 120 Hundekottütenspender im Stadtgebiet gibt.

Wer das Häufchen seines Hundes liegen lässt und dabei erwischt wird, muss je nach Örtlichkeit zwischen 35 und 500 Euro berappen. Letzteres gilt insbesondere für ausgewiesene Spiel- und Bolzfläche. Mehr zu diesem Thema gibt es in „Fred & Otto unterwegs in Köln“.

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Emile oder Bijou – warum nicht beide?

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Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Hund anzuschaffen, steht vor der Frage: Rasse- oder Mischlingshund, großer oder kleiner, schlanker oder kompakter Hund. Ich meine, warum nicht beide? Auch wenn viele denken, zwei Hunde würden mehr Arbeit oder Dreck machen und es gar Stimmen gibt, die behaupten, zwei Hunde würden sich in der Rudelstruktur gegen den Menschen verbünden, kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, wie glücklich zwei Hunde miteinander sind. Und ein zufriedener Hund stellt weniger an, ist aufgeschlossener, lernbegieriger, gehorsamer und ausgeglichener.

Bijou beispielsweise ist total aufgelebt, weniger ängstlich und viel verspielter seit Emile an ihrer Seite ist. Zwar war sie eigentlich nie ganz allein, da meine Mutter immer auch einen Hund hatte, mit dem Bijou gemeinsam im Garten tollen konnte oder ihre Zeit verbrachte, wenn ich mal nicht da war. Aber mit Emile und ihren Menschen hat sie nun ein richtiges Rudel. Ich denke, bei sozialen Wesen wie Hunden ist es wie beim Menschen, der ja auch nicht gerne allein ist. Die Sicherheit, die der zweite Hund Bijou gibt, zeigt sich in vielerlei Verhaltensweisen. So hat sie beispielsweise zwar immer noch Angst vor Schüssen oder Gewitter, aber sobald es vorüber ist, ist sie ganz schnell wieder normal, während sie früher Stunden und Tage ängstlich zitternd in der Ecke hockte.

Wenn Bijou und Emile zusammen spielen oder auch nur gegenseitig schauen, was für ein Leckerchen der andere gerade bekommen hat (oder ob es vielleicht was besseres ist), wenn sie sich begrüßen, wenn sie zusammen durch Wald und Wiese streifen, wenn sie sich gegenseitig lecken, aneinandergekuschelt liegen oder sich beschnüffeln, dann ist das eben nicht nur für den zuschauenden Menschen schön. Die innige Beziehung, die ein Hund zu einem Mensch aufbaut, ist meiner Meinung nach kein Ersatz für einen Artgenossen, von dem er sich Verhaltensweisen abschauen und mit dem er kommunizieren kann. Und als Mensch muss dann auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal für einige Zeit aus dem Haus muss, denn der Hund ist ja nicht alleine.

Wichtig ist nur, dass beide immer gleich behandelt werden, zur selben Zeit gestreichelt und gefüttert werden. Dann klappt es auch mit dem Zweithund ohne Eifersuchtsdramen. Und man kann sowohl einen Rasse- wie auch einen Mischlingshund haben. Wie in unserem Fall passt der kleine Mischling aus der Tierschutzorganisation perfekt zum noblen Rassehund. Kleine passen zu großen, schlanke zu kompakten, ruhige zu temperamentvollen Hunden, was sich dann oftmals ganz gut ausgleicht. Während bei Rassehunden die Charaktereigenschaften ja ungefähr eingeschätzt werden können, helfen bei Mischlingen gute Tierschutzorganisationen mit verlässlichen Aussagen zum Charakter.

In Köln etwa vermittelt das Tierheim in Dellbrück sowie der Tierschutzverein in Porz, Tiere aus dem Aus- und Inland. Mehr dazu gibt es in „Fred & Otto unterwegs in Köln“. 

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Füße putzen oder wie kleine Dreckschleudern wieder sauber werden

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Bijou ist eine kleine Dreckschleuder. Nicht nur, dass sie ein langes Fell hat, in dem der Sand perfekt kleben bleibt, sie hat auch viel kürzere Beine als Emile. Durch ihre Gehbewegung fliegt also immer Matsch unter ihren Bauch und ihre Brust, so dass sie nach einem Spaziergang im Regen oder auf nassem Grund von unten ganz schwarz ist. Manchmal hilft es, zum Schluss über eine nasse Wiese zu laufen, aber meistens ist sie doch ganz schön dreckig.

Auch Emile hat nach Spaziergängen bei schlechtem Wetter immer ganz bespritzte Beine. So heißt es danach immer „Füße putzen“. Beide wissen genau, was das bedeutet und dass sie ohne dem nicht rein kommen. Brav bleiben sie vor der Tür sitzen, sobald das Kommando ertönt. Wenn wir dann mit dem Handtuch kommen, reichen beide sofort ein Vorderprötchen, damit es geputzt werden kann. Das klappt allerdings nur vorne. Die Hinterpfötchen müssen wir uns selbst suchen und putzen. Danach ist Emile fertig und darf rein. Bei Bijou dauert es länger, denn bei ihr ist ja auch noch Bauchrubbeln angesagt. Das findet sie total klasse, was sie mit einer Mischung aus Grunzen und Brummen kundtut. Sie drückt sich meistens dann ganz fest ins Handtuch.

Wenn sie aber ganz arg schmutzig ist – etwa, wenn sie bei Regen mit gejoggt oder gewalkt ist – klappt das mit dem Handtuch nicht und sie muss abgeduscht werden. Beim Hochnehmen weiß sie genau, was jetzt passiert und setzt dann schon mal eine Leidensmiene auf, die sie auch während der gesamten Prozedur eifrig beibehält. Das Abduschen mit klaren lauwarmen Wasser lässt sie einfach über sich ergehen, obwohl sie Wasser eigentlich hasst und bei jeder Regenpfütze lieber einen Umweg in Kauf nimmt, als sie mit ihren Poten zu berühren.

Mit Shampoo gewaschen wird sie nur, wenn sie sich mal gewälzt hat, was inzwischen eher selten vorkommt (wahrscheinlich, weil sie sich gemerkt hat, was dann passiert). Emile war anfangs sehr gut im Wälzen – insbesondere der Entendreck oder auch schon mal ein toter Fisch am Rheinufer hatten es ihm angetan, was ihm dann auch immer ein Bad eingebracht hat. Da er aber nicht so wasserscheu ist, wie die Madame, findet er das nicht so schlimm und genießt dann eher, wenn man so an ihm herumfummelt.

Danach ist Abrubbeln angesagt und das lieben beide sehr. Dann wird gegrunzt und gebrummt, was das Zeug hält, sich auf den Rücken geworfen und gerekelt. Meistens belassen wir es dabei und wickeln Bijou und Emile allenfalls noch in ein Handtuch ein. Fönen kommt für Bijou ohnehin nicht in Frage, obwohl es bei ihrem Fell ja eher angebracht wäre. Aber das ist ein „no go“, denn das Geräusch kann sie nicht leiden und sie bibbert wie Espenlaub. Emile hingegen mag zwar auch den Lärm nicht, aber ansonsten findet er die warme Luft ganz okay. Und als Belohnung gibt es für beide immer Leckerchen danach – auch das ist ein Ritual, was beide Gewohnheitstiere verinnerlicht haben.

Grundsätzlich sollte man Hunde nur baden, wenn es wirklich notwendig ist und dann ausschließlich mit Hundeshampoo und nicht zu warmem Wasser waschen. Denn dadurch wird der natürliche fettige Schutzmantel des Fells angegriffen. Darum sind normale Hundeshampoos rückfettend. Und wenn man ruhig bleibt bei der Prozedur, bleibt es meistens auch der Hund. Auch Bijou hat das Baden erst gelernt, als sie schon knapp ein Jahr alt war und zu mir kam. Nur bei den ersten Malen war sie etwas panisch, während wir Emile schon als Welpe erstmals in die Wanne gesteckt haben, so dass er sich zeitig daran gewöhnen konnte. Da aber beide eher duldsam sind, gab es nie größere Probleme. Bei sehr lebhaften oder wasserscheuen Hunden sollte man die Prozedur lieber zu Zweit durchführen: der eine hält fest, der andere duscht. In der nächsten Auflage von Fred und Otto gibt es dazu weitere Tipps, versprochen.. 

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