Mit Heilsteinen gegen Zecken

Image

Auf insgesamt zehn Füßen erkunden Bijou und Emile mit mir die nähere und weitere Umgebung. Wir sind fleißig am Wandern, schließlich wollen wir den nächsten Fred & Otto-Band schreiben. Wie wunderschön die Natur im Rheinland sein kann und was man alles entdecken kann, überrascht uns dabei immer wieder. Aber genauso gefährlich ist die Natur auch, denn schließlich lauern überall die kleinen ekligen Spinnentiere und warten nur darauf, Emile und Bijou ins Öhrchen oder den Hals zu beißen. Während Bijou sie sich widerspruchslos ziehen lässt, ist es bei Emile immer ein wahres Drama. Er schreit, als würde er abgestochen und wehrt sich mit aller Kraft.

Nachdem mir das Inuzid Zeckenspray ausgegangen ist und mir der Hersteller leider nicht mitteilte, wo ich denn ein neues bekomme, haben wir uns zu einem Selbsttest entschlossen. Das heißt, Frauchen reibt sich mit Kokosöl ein und Emile und Bijou trinken Rhodochrosit-Wasser. Der Rhodochrosit oder Himbeerspat ist ein häufig vorkommendes Mineral der Klasse der Carbonate und Nitrate und chemisch gesehen ein Mangancarbonat. Der Stein soll unter anderem bei Erschöpfung, Kopfschmerzen und Gicht helfen, das Immunsystem verbessern sowie Harnsäure neutralisieren. Vielleicht ist das Letztere der Grund, warum er auch gegen Zecken helfen soll.

Trommelsteine gibt es für wenige Euro überall zu kaufen. Sie werden erst einmal abgespült und dann auf einem Bergkristall oder einem Amethyst über Nacht aufgeladen. Dann lege ich sie in eine Karaffe und gieße Wasser darüber und warte ein paar Stunden. Das Wasser bekommen Emile und Bijou zu trinken. Seitdem gab es keine Zecke mehr – glaubt es oder lasst es. Aber Probieren geht ja bekanntlich über Studieren. Und sollte sich doch noch mal ein Spinnentier einfinden, reibe ich die zwei mit Kokosöl ein. Das habe ich schon probiert, aber Bijou wird danach sehr strubbelig. Da ist mir das Rhodochrosit-Wasser lieber. Ich werde weiter berichten.

FacebookTwitterGoogle+Share

Gegen Zecken und Milben ist ein Kraut gewachsen

Image

Tierärzte empfehlen gegen Zecken am liebsten Spot-On-Präparate wie Frontline. Hunden, die darauf mit Hautirritationen reagieren wird auch gerne ein Parasiten-Halsband empfohlen. Meine Erfahrungen mit diesen Produkten sind nicht besonders gut. Als ich Bijou gerade neu hatte, sie kam ja aus den „verseuchten Mittelmeerländern“, brachte sie nicht nur Flöhe mit, sondern auch durch die dortigen Zecken ausgelöste Krankheiten wie Babesiose und Ehrlichiose. Beides war mit Antibiotika gut in den Griff zu kriegen und die Flöhe verschwanden dank Frontline.

Da es so gut geholfen hatte und der Tierarzt empfahl, Frontline regelmäßig auch gegen Zecken und anderes Ungeziefer zu verabreichen, habe ich ihr das insgesamt dreimal – in den empfohlenen Abständen natürlich – verabreicht. Nach dem zweiten Mal lag sie abends bei mir auf dem Schoß, war ganz apathisch und speichelte. Da es am Wochenende war, fuhr ich zum tierärztlichen Notdienst, der sie untersuchte und meinte, sie hätte vielleicht eine Infektion. Vom Spot-On könne so etwas jedenfalls nicht kommen, meinte er auf meine Vermutung hin und verabreichte ihr sicherheitshalber mal ein Antibotikum. (!)

Nach dem nächsten Auftragen einige Zeit später zeigten sich jedoch die gleichen Symptome und mir wurde klar, dass dies tatsächlich mit dem Präparat in Zusammenhang stand. Ich recherchierte im Internet und fand heraus, dass es sich bei dem Mittel um ein Nervengift handelt, das laut Bayer nur selten Nebenwirkungen verursachen sollte. Da aber die im Internet beschriebenen Vergiftungserscheinungen exakt dem entsprachen, was sich bei Bijou zeigte, war bei mir sofort klar, dass es damit zusammenhing, auch wenn der Tierarzt das vehement verneinte.

Inzwischen weiß ich, dass Collies wegen einer bestimmten Genmutation diese Giftpräparate nicht vertragen. Das legte nun den Verdacht nahe, dass Bijou ihr voluminöses Fell wohl einer Collimischung (vielleicht ein Sheltie?) verdankt. Auch wenn sich das also auf bestimmte Hunderassen beschränkt, sollte verantwortungsvollen Hundebesitzern die Geschichte doch zu denken geben. So bestätigt auch die österreichische Tierärztin Dr. Jutta Ziegler in ihrem Buch „Hunde würden länger leben, wenn ….“ (http://www.dr-ziegler.eu/) dass diese chemischen Giftkeulen dem Hundeorganismus auf Dauer erheblich schaden können.

Leider hat sich diese Meinung bei den hiesigen Tierärzten offensichtlich noch nicht so durchgesetzt. Für mich und meine Tiere kommt das Zeug aber jedenfalls nicht mehr in Frage. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gesunder Hund an einem Zeckenbiss erkrankt, ist nach Auffassung von Dr. Ziegler eher gering im Hinblick auf die Tatsache, dass er durch den ständig verabreichten Giftcocktail Krebs oder sonstige (tödliche) Krankheiten bekommt.

Was also tun bei Zecken? Neben ätherischen Ölen wie Teebaum- und Zitronenöl sowie Lavendel oder Pfefferminz, die allerdings weniger wirksam sind, schwören manche Hundebesitzer auf Knoblauch gegen Zecken. Ins Futter gemischt, soll der Geruch die Insekten abschrecken. Hierbei ist allerdings die Dosierung wichtig, da zuviel Knoblauch die Blutplättchen des Hundes verkleben kann. Andere empfehlen Kokosöl, das ins Fell eingerieben wird. Es gibt aber auch einen Zeckenschutz-Chip am Halsband, der den Hund mit Hilfe von Bioresonanz vor Zecken schützen soll. Er kostet um die 25 Euro und soll 24 Monate halten. Und auch Bernstein am Halsband soll die diese Wirkung haben.

Das alles habe ich zugegebenermaßen bisher noch nicht probiert, denn als wir noch in Köln wohnten (bis Herbst 2012), haben die beiden kaum Zecken gehabt. So habe ich gar nichts verabreicht beziehungsweise manchmal eine spezielle Mischung von ätherischen Ölen, die ich im Zoohandel bekommen habe. Die musste den Hunden vom Kopf bis zum Schwanz in einem Abstand von etwa drei Zentimeter auf den Rücken geträufelt werden. Das hat ganz gut funktioniert, aber Emile und Bijou waren davon nicht so sehr begeistert, da es sehr intensiv roch.

Bei den Recherchen zu meinem Hundestadtführer „Fred und Otto unterwegs in Köln“ entdeckte ich aber im vergangenen Sommer bei einem Tierarzt Inuzid-Spray. Das war gerade frisch auf den Markt gekommen und der Hersteller, die Firma Inuvet Hundegesundheit GmbH, warb sogar mit einer Rücknahmegarantie für den Fall, dass sich trotzdem Zecken über den Hund hermachen. Erhältlich ist das nur aus natürlichen Wirkstoffen, nämlich Mutterkraut, bestehende und geruchsneutrale Produkt nur beim Tierarzt. Der einzige Nachteil ist, dass man den Hund alle drei Tage aufs Neue damit einsprühen muss. Aber dank des ebenfalls darin enthaltenen Sesamöls wird das Fell superschön glänzend. Bei uns jedenfalls ist das bis jetzt das Mittel der Wahl.

Ob es aber auch in südlichen Ländern gute Dienste leistet, kann ich noch nicht sagen, denn da herrschen ja verschärfte Bedingungen, warum und welche erzähle ich im nächsten Beitrag.

FacebookTwitterGoogle+Share

Die Zeckenzeit beginnt – oder Gerüchteküche Spinnentiere

Image

Jetzt wo es schon so schön warm ist, werden auch wieder die Zecken aktiv. Die winzigen Spinnentiere sind das Feindbild für jeden Hundebesitzer. Nicht nur, dass man sich selbst beim Gassigehen leicht eine Zecke einfangen kann, auch Hunde leiden unter den Parasitzen, um die sich jede Menge Gerüchte ranken. Dazu gehört etwa, dass Zecken sich vom Baum fallen lassen. Das ist Unsinn: die kleinen Achtbeiner sitzen nicht in den Baumkronen, sondern vielmehr auf niedrigen, nur bis zu etwa eineinhalb Meter hohen Gräsern, Büschen und Sträuchern. Von dort aus lassen sie sich ganz einfach von Tier oder Mensch abstreifen. Das Hallersche Organ in ihren Vorderbeinen, mit denen sie wedeln, ist quasi die Nase der blinden Insekten. Damit können sie bestimmte Bestandteile des Schweißes wie Buttersäure und Ammoniak, aber auch das ausgeatmete Kohlendioxid wahrnehmen und so das potenzielle Opfer erkennen.

Da der Stechapparat der Zecke kein Gewinde aufweist, müssen die Tiere auch nicht herausgedreht werden. Die meisten Hundebesitzer wissen, man löst eine Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenzange. Herkömmliche Pinzetten eignen sich hingegen nur, wenn sie sehr spitz sind und man die Zecke ganz vorne am Kopf erfassen kann. Ich persönlich habe eie andere Methode, die bei vielen ein „Iiiih“ hervorruft. Ich ziehe die Zecken einfach mit meinen Fingerspitzen. Ich ertaste genau, wo der Zeckenkopf in der Haut sitzt und ziehe. Hierbei kann die Zecke weder zerdrückt, noch der Kopf abgerissen werden, wie es bei Pinzetten schon mal passiert.

Die Zecke mit Klebstoff oder Öl zu beträufeln, ist völlilg ungeeignet. Die Zecke erstickt zwar, hat aber noch reichlich Zeit, Krankheitserreger in die Wunde zu übertragen. So schnell stirbt so eine Zecke nämlich nicht, denn die Spinnentiere sind überaus robust. Selbst eine „Fahrt“ in der Waschmaschine ist kein Problem für sie, denn bis zu 40 Grad Celsius kann eine Zecke unbeschadet überstehen, kritisch für sie wird es erst ab 60 Grad. Unter Wasser können sie und ihre Larven mehrere Wochen überstehen. Und selbst das Gefrierfach ist kein Todesurteil, bei Minus acht Grad Celsius überleben sie locker 24 Stunden. Erst im Gefrierschrank bei Minus 20 Grad Minus ist Sense. Darum empfehlen manche Mediziner, die Zecken nach dem Entfernen in einem ausbruchsicheren Frühstücksbeutel einzuschließen und einzufrieren. So lässt sich das Spinnentier, wenn es etwa zu der auf einen Borrelienbefall hindeutenden Wanderröte kommt, später noch im Labor auf Krankheitsüberträger untersuchen.

Gegen die Borreliose oder auch gegen die gefährliche Hirnhautentzündung, die in erster Linie in südlichen und östlichen Teilen Deutschlands sowie in Österreich und der Schweiz von Zecken übertragen wird, kann man sich auch impfen lassen. Aber ich persönlich bin kein Freund davon, abgesehen davon, dass es auch keinen hundertprozentigen Schutz vor allen Krankheitserregern gewährt, die Zecken übertragen können. Wichtiger ist ein gutes Immunsystem – und die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen, denn im Gegensatz zu den FSME-Erregern, die für die Hirnhautentzündung verantwortlich sind, wird die Borreliose erst zeitversetzt nach mehreren Stunden übertragen. Hinweise auf übertragende Borrelien ist nach einem Zeckenbiss bei Mensch und Hund ein bis zu faustgroßer roter Fleck um die Einstichstelle herum.

Tierärzte empfehlen eine Zeckenvorsorge von Ende Februar bis Ende November. Dazu gibt es chemische Spot-On-Präparate, Zecken- und Flohhalsbänder. Allerdings sind die auch für Kleinkinder giftig und nicht für jeden Hund gleichermaßen verträglich. Bijou und Emile bekommen so etwas jedenfalls nicht, denn es gibt auch weniger gesundheitsschädliche Alternativen. Was man alles gegen Zecken tun kann, wenn man sich und seinen Hund nicht vergiften will, erzähle ich im nächsten Beitrag. Wer mein Buch „Fred & Otto unterwegs in Köln“ hat, kann es auch dort schon nachlesen.

Image

FacebookTwitterGoogle+Share