Diagnose Prostatitis – Emile soll seine Manneskraft verlieren

Zentrum 061

Großes Drama für Emile – der Tierarzt empfiehlt eine (chemische oder chirurgische) Kastration. Aber damit können wir Drei uns nun gar nicht anfreunden. Hintergrund für diese Empfehlung ist eine stark vergrößerte Prostata. Bei Rüden umschließt die Vorsteherdrüse im Becken die Harnröhre, in die sie auch den Teil der Samenflüssigkeit abgibt, den sie produziert. Bei Veränderungen des Hormonhaushaltes ändert sich ihre Struktur und Größe.

Schuld daran ist das Testosteron, das eine Vermehrung und Vergrößerung der Drüsenzellen bewirkt. Das kann auch zu Zysten führen. Mit zunehmendem Alter ist eine Vergrößerung der Prostata normal, tritt aber normalerweise erst ab etwa sieben Jahren auf. Emile ist gerade mal fünf und der Tierarzt hat die Diagnose gestellt, nachdem er mit dem Finger seinen Enddarm abgetastet hat. Er hätte auch röntgen, Blut- und Urinuntersuchungen durchführen können, was er aber für nicht nötig hielt, da die Diagnose eindeutig sei.

Nur in seltenen Fällen wird die Prostata so groß, dass sie den Kot- und Harnabsatz behindert. Anzeichen dafür sind ein bandförmiger, plattgedrückter Stuhl und das unregelmäßige Erscheinen blutiger oder gelber Tröpfchen auf der Penisspitze. Nur Letzteres hat Emile und die blutigen Tröpfchen haben mich dazu gebracht, zum Tierarzt zu gehen. Abgesehen davon geht es ihm gut. Die Harn- und Kotprobleme hat er nicht.

Nur mit Hormonen kann die Prostata laut dem Tierarzt zu einer Schrumpfung gebracht werden. Besser ist daher die chirurgische oder chemische Kastration. Bei Letzterer wird ein Hormonchip unter die Haut gepflanzt, der bis zu acht Monate Wirkstoffe an den Körper des Rüden abgibt, die die übermäßige Testosteronproduktion verhindern und so eine Verkleinerung der Prostata bewirken. Das wiederum belastet aber auch seinen Organismus, bleibt daher nur die chirurgische Kastration. Da ich aber gerne mal Junge von Emile haben wollte und mich auch sonst nicht so wirklich damit anfreunden kann, ohne nicht andere Dinge probiert zu haben, wählte ich jetzt zunächst das kleinste Übel, nämlich eine Hormonspritze, die bis sechs bis acht Wochen hält.

Wie ich herausfand, kann die Prostata auch durch Bakterien oder Pilze vergrößert sein. Jedenfalls muss die Prostataerkrankung unter Beobachtung bleiben. Zunächst einmal probiere ich jetzt homöopathische Mittel. Sie sollen unter anderem bei der Beseitigung des Ausflusses helfen. Ist er eitrig und besteht ein starker Hang nach warmen Orten, soll Hepar Sulfuris helfen, bei chronischem, dünnem Ausfluss Silicea, bei gelbgrüner Farbe Pulsatilla. Bei Geschwüren kann Mercurius solubilis eingesetzt werden, während Origanum majorana den Geschlechtstrieb regulierend beeinflussen soll. Junge Rüden sollen Staphisagria bekommen, alte Agnus castus. Auch Nux Vomica oder Cantharis helfen etwa bei Darmproblemen und Blasenentzündungen. Ich probiere es jetzt mal mit Silicea. Aber ich fürchte, langfristig gibt es nur das eine.

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