Ähnlich und doch ganz anders – Hund und Schwein

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Sie sind sich sehr ähnlich und doch liegen Welten zwischen ihnen – die Rede ist von Hunden und Schweinen. Während die einen sogar bei Herrchen und Frauchen mit im Bett schlafen dürfen, werden die anderen gnadenlos in riesigen Mastanlagen gehalten und landen insbesondere jetzt im Sommer als Grillgut auf unseren Tellern. Wer jedoch einmal erlebt hat, wie ähnlich ein Schwein einem Hund ist, der wird sich vielleicht beim nächsten Mal überlegen, ob er Schweinefleisch – und insbesondere noch das günstige vom Discounter aus Massentierhaltung – wirklich mit Appetit essen möchte….

Ihr Name ist Amelie und sie ist ein ganz normales rosa Schwein. Und eigentlich sollte sie das gleiche Schicksal erleiden, wie alle ihre Artgenossen, nämlich gemästet und geschlachtet werden. Doch das Hochzeitspaar, dem das kleine Ferkel zur Hochzeit samt Schlachtgutschein geschenkt wurde, verging bei dessen Anblick der Appetit. So landete Amelie in der Eifel bei Dagmar. Die wiederum hat nicht nur ein besonderes Faible für Schweine – auch Wildschweine und Hängebauchschweine leben in ihrem Garten – , sondern auch für Schafe und Hunde,die keiner mehr will. Alle zusammen genießen bei ihr ihr Leben.

Während die Schafe sich auch schon mal von dem einen oder anderen Hund am Schwanz ziehen lassen – sie wehren sich, wenn es ihnen zuviel wird – lebt die stubenreine (!) Amelie nicht nur im Garten, sondern auch im Haus. Sie läuft umher begrüßt die Gäste und hält ihr Mittagsschläfchen in der Sonne. Auch Emile und Bijou wurden von Amelie begrüßt – eine Begegnung der unheimlichen Art. Emile traute sich nicht so recht heran und schnüffelte mal vorsichtig an ihrem Hinterteil, während Bijou von einem kleinen Rüden so ablenkt wurde, dass sie Amelie keine große Aufmerksamkeit schenkte.Will man Amelie locken, dann funktioniert das besonders gut mit Weintrauben, denn die gehören zu ihren Leibspeisen. Ansonsten ist sie ein ganz normaler Hund, äh Schwein und tollt herum.

Besucht haben wir Amelie und ihre Kumpels im Rahmen der Dreharbeiten für eine Pilotsendung fürs WDR. Nicht nur Amelie stand auf der Besucherliste, auch ein Rudel Wölfe, eine Herde Schafe und ein paar Greifvögel. Und es stehen noch weitere Dreharbeiten und spannende Begegnungen in der Eifel an. Wer genau wen wo traf und was dabei passierte, erfährt man beim nächsten Post – oder spätestens am Sonntag, 2. Oktober um 20.15 Uhr im WDR.

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Kluge Nachahmer oder wie Hunde lernen

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Hunde können einmal beobachtete Handlungen ihres Menschen auch noch Minuten später auf Befehl nachahmen. Diese Fähigkeit hätte man Hunden zu früheren Zeiten nicht zugetraut. Sie wurde aber n einer Studie von Verhaltensforschern der Universität Budapest nachgewiesen. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite aber schaut sich der Vierbeiner dabei auch socn mal unerwünschtes Verhalten ab.

Dass Hunde ihre Menschen imitieren und etwa gähnen, wenn der Mensch gähnt, ist nicht neu. Auch Emile und Bijou machen oftmals Dinge kurz hintereinander. Wenn einer sich schüttelt, schüttelt sich der andere auch. Das Gleiche gilt für das Strecken oder für das Niesen. Bijou und Emiles feinen Nasen stinken nämlich oftmals die Autoabgase. Wenn auf einem Feldweg ein Traktor stinkt oder wir entlang der Straße gehen und ein stark riechendes Fahrzeug vorbeifährt, niesen sie um die Wette.

Auch das „Pfötchen geben“ hat Emile von Bijou abgeschaut. Das kann man Hunden beibringen, indem man die eigene Hand hebt, heißt es. Ich habe es Bijou allerdings beigebracht, indem ich ihre Pfote hoch nahm, während ich „Pfötchen“ sagte. Beim „Leg dich“ habe ich sie leicht auf den Boden gedrückt und „Männchen“ machte sie ohnehin beim Betteln. Ich habe das dann noch verstärkt mit diesem Kommando. Auch am Fahrrad zu laufen lernten Emile und Bijou auf diese Weise. Das klappt inzwischen prächtig – auch ohne Leine. wobei ich genau darauf achte, dass sie die Geschwindigkeit vorgeben und nicht ich.

Was für Menschen von Kind an selbstverständlich ist, nämlich das bewusste Nachahmen, ist für Tiere eine komplexe Gehirnleistung. Denn um den anderen imitieren zu können, muss man ihm genau zusehen, verstehen, was er da macht, es auf sich selbst übertragen und dann umsetzen. Bei schwierigeren Handlungen wie beispielsweise beim Knoten wird das Nachmachen auch für Menschen schwierig. Die verzögerte Imitation des gezeigten Verhaltens gilt daher als eine der Königsdisziplinen des Gehirns. Denn nur, wer eine einmal gesehene Handlung auch noch nach Minuten nachmachen kann, hat begriffen, worum es geht.

Aber selbst dazu sind Hunde fähig. Bei ihnen dauert es nur länger, bis sie verstehen, dass sie etwas imitieren sollen. Der Befehl „Do it!“ hilft dabei. An der wissenschaftlichen Untersuchung nahmen acht Hunde-Mensch-Teams teil. Sie brauchten zwischen zwei und sieben Wochen, bis die Hunde lernten, die ihnen unbekannten Handlungsabläufe nachzumachen. Jeweils danach wurden sie abgelenkt und nach zehn Minuten aufgefordert, es nachzuahmen. Tatsächlich waren die meisten Hunde in der Lage, die zuvor gezeigte Handlung noch korrekt auszuführen. Das beweist die einzigartige Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Aber wie schon eingangs gesagt, sollte man aufpassen, damit der Hund kein unerwünschtes Verhalten imitiert.

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