Zeckenfieber – Blutuntersuchung bei Bijou

Brohltal 058

Bijou ist nun einmal eine ältere Dame. Auch wenn man es ihr nicht anmerkt, ist sie schließlich schon elf Jahre alt. Darum lasse ich von Zeit zu Zeit ihr Blut untersuchen und dieses Mal wollte ich auch einen Erreger-Nachweis haben, der normalerweise nicht automatisch gemacht wird. Und das war goldrichtig, wie ich nun feststellen musste. Der Ehrlichien-Titer lag bei 1:200, obwohl Bijou keine Symptome zeigte, wie ich dachte. Ein Titer, der sieben bis 21 Tage nach der Infektion höher als 1:10 ist, ist beweisend für Ehrlichiose.

Die von Zecken übertragene Infektion mit Bakterien, auch Zeckenfieber genannt, ist eine akute bis chronische Krankheit. Die klassische Form kommt in den Tropen und Subtropen vor. Aber durch die Klimaveränderung gibt es auch in Deutschland, insbesondere im Süden, die Braune Hundezecke, die die Ehrlichien überträgt. Der Körper bildet zwar hohe Antikörperspiegel, diese wirken jedoch nicht schützend.

Die Symptome sind meist unspezifisch. Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen zeigen die Tiere in der Akutphase ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten oder schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten und eventuell zentralnervöse Störungen wie Muskelzucken. Das alles konnte ich bei Bijou nicht feststellen, lediglich das Erbrechen zeigte sich einmal, aber verschwand nach einem Tag wieder und ich dachte, sie hätte irgendetwas Falsches gefressen.

Nach zwei bis vier Wochen geht die Akutphase in ein subklinisches Stadium über und kann über Wochen bis Jahre andauern. Die Tiere bleiben zwar infiziert, zeigen aber keine Symptome. So wie Bijou, die nur das Muskelzittern hatte und das schon lange. Deshalb hatte ich in der Vergangenheit schon einmal einen Tierarzt in Köln konsultiert, der aber meinte, das könne das Terrierzittern sein, da in ihr ja ein kleines bisschen Terrier steckt. Da sie sonst topfit war, habe ich mir keine Gedanken gemacht.

Als ich Bijou vor zehn Jahren aus Ibiza bekam, hatte sie Babesiose und Ehrlichiose, was beides mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Im Blutbild war danach alles in Ordnung. Das späte Stadium der Ehrlichiose zeigt indes Blutungen und Ödeme, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut, Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen sowie Meningoenzephalitis mit Krämpfen, was Bijou ja alles zum Glück (noch) nicht hatte.

Mein Tierarzt (http://www.tierarztpraxis-eckert.de/) verordnete also Doxycyclin als Antibiotikum, das auch Menschen bei diversen Infektionen bekommen. Insgesamt muss Bijou es über zwei Wochen zweimal täglich als Viertel-Tablette, immer lecker in Leberwurst verpackt und mit dem Futter, damit sie keine Magen-Darmprobleme bekommt, nehmen. Jetzt nach über einer Woche ist das vermeintliche Terrierzittern fast verschwunden. Ich bin superfroh, dass wir die Infektion rechtzeitig entdeckt haben, bevor Bijou andere Symptome zeigte.

Was für Menschen gilt, gilt also auch für Hunde: man sollte regelmäßig einen Blut-Check machen. Keine Angst vor den Kosten, denn dabei kann man auch gleich den Impf-Titer checken. Das kostet nicht mehr, als die unnötigen jährlichen Impfungen und verhindert den Ausbruch schlimmerer Krankheiten.

FacebookTwitterGoogle+Share