Bijou muss operiert werden – welche Gründe sprechen für eine Kastration?

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Jetzt ist es soweit: Bijou muss kastriert werden. Sie ist momentan beim Tierarzt (http://www.tierarztpraxis-eckert.de/) meines Vertrauens. Der diagnostizierte Eierstockzysten. Schon seit Wochen fiel ihr nämlich das ganze schöne Fell aus. Jetzt sieht sie aus wie ein „gerupftes Huhn“. Hinzu kam, dass sie hyperaktiv und ihr Geschlechtsteil angeschwollen war, obwohl ihre Hitze erst nächstes Jahr wieder ansteht. All das bestätigte den Verdacht. So empfahl mein Tierarzt eine Kastration, um zu verhindern, dass sich aus den Zysten dann irgendwann etwas Schlimmeres entwickelt.

Beim Gang zum Tierarzt heute Morgen war ich mehr aufgeregt, als sie, aber ich denke in ihrem Alter von zehn Jahren ist diese Entscheidung das Beste. Sie ist noch superfit und geht immer mit joggen. Als robuster Mischling kann sie locker 16 Jahre alt werden und ich möchte nicht, dass sie an Krebs stirbt. Das waren meine Überlegungen, bevor ich der Kastration zugestimmt habe.

Wenig Verständnis habe ich indes für Hundehalter, die ihre gesunde Hündin einfach ohne Not kastrieren lassen und ihr damit Schmerzen zufügen. Darum dreht sich auch ein Beitrag in „Fred & Otto unterwegs in Köln“. Dort werden die Vor- und Nachteile aufgezählt und auch der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation erklärt. Bei einer Sterilisation werden nämlich nur die Eileiter oder Samenstränge durchtrennt oder abgebunden (Letzteres kann auch wieder rückgängig gemacht werden). Bei einer Kastration werden die Eileiter und die Gebärmutter beziehungsweise die Hoden ganz entfernt.

Eine Sterilisation ist demnach eine reine Empfängnisverhütung, die bei Tieren wenig Sinn macht. Hündinnen werden weiterhin läufig und können genauso häufig wie unsterilisierte Tiere an Gebärmutter- oder Gesäugekrebs, Zysten sowie an Gebärmutterentzündung erkranken. „Die Erkrankungsgefahr bei unkastrierten Tieren ist deutlich höher“, erklärt Dr. Klaus Eckert die Vorteile des Eingriffs. Auch der Wahlscheider Tierarzt hält allerdings eine Kastration aus reiner Bequemlichkeit, nämlich um die Läufigkeit der Hündin zu verhindern, für fragwürdig. „Das muss man von Fall zu Fall entscheiden“, weist er darauf hin, dass es sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose handelt, bei dem der Bauchraum geöffnet wird.

Abgesehen davon erleiden die Tiere erhebliche Schmerzen durch den Eingriff, haben das Narkoserisiko und müssen die Veränderung des Hormonhaushalts verkraften, was unter Umständen auch zu Ängstlichkeit oder anderen Persönlichkeitsstörungen führen kann. Hinzu können Veränderungen des Fells, vor allem bei langhaarigen Hunden, und des Stoffwechsels (Gewichtszunahme) sowie die Gefahr von lebenslanger Harninkontinenz.

„Bei Rüden ist der häufigste Grund für eine Kastration, Aggression zu verhindern. Die Tiere sind anschließend häuslicher und umgänglicher, aber auch etwas träger“, sagt Eckert. Der Grundumsatz werde jedoch reduziert und das Futter müsse angepasst werden, erklärt er. „Nichtkastrierte Rüden haben ein 80 bis 90 Prozent höheres Risiko, ab einem Alter von etwa acht Jahren an der Prostata zu erkranken“, nennt der Tierarzt die medizinischen Gründe für einen Eingriff. Bei Erziehungsproblemen oder Verhaltensstörungen hilft eine Kastration indes nicht. Da muss dann eher der Halter ran.

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