Motorradkleidung für Hunde – oder Mäntelchen de luxe

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Künftig perfekt gegen Wind, Regen und Kälte, aber auch gegen Verletzungen geschützt, ist Emile. Nicht, dass sein dünnes Whippetfell jetzt etwa dicker geworden wäre, nein, er hat einfach ein neues Mäntelchen bekommen. Und das ist so reißfest, dass damit sogar Motorradfahren könnte – was er natürlich nicht tut, selbst wenn Frauchen und Herrchen diesem Hobby bei schönem Wetter gerne frönen.

Jeder Windhundbesitzer weiß, dass diese Rasse zum einen keine Unterwolle besitzt und daher ständig friert und zum anderen einst für das Hetzen von Wild gezüchtet wurde. Darum gelingt es auch kaum, den Tieren ihren Jagdtrieb komplett abzuerziehen. Viele lassen ihre Hunde daher höchstens auf der Hunderennbahn oder aber auf eingezäunten Hundeauslaufflächen von der Leine. Emile aber lebt auf dem Land, wo es weder das eine, noch das andere gibt. Außerdem soll er ein ganz normales Hundeleben führen können und nicht ständig angeleint sein.

Allerdings ist er inzwischen doch schon recht vernünftig geworden. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende, als er, obwohl ein Reh direkt vor seiner Nase über den Weg lief, sich abrufen ließ und stehen blieb. Ich war baff – er scheint endlich kapiert zu haben, dass es Ärger gibt, wenn er weg läuft und er sehr gelobt wird, wenn er bleibt.

Zudem hatte Emile kürzlich eine sehr unangenehme Begegnung mit einer Katze. Er war beim Spaziergang einfach hinter ihr hergelaufen, kam aber schnell und recht kleinlaut zurück. Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir den Grund: die Katze hatte ihm offensichtlich gezeigt, wer die stärkere ist und ihn ihrerseits in die Flucht geschlagen. Drei dicke Kratzer am Kopf und ein kompletter Krallenabdruck der ganzen Katzenpfote zierte seine linke Flanke. Die Narben am Kopf wird er wohl behalten, denn das Fell ist an der Stelle weg und die dunkle Haut kommt zum Vorschein.

Auch in der Vergangenheit hat Emile schon mal Bekanntschaft mit scharfen hochstehenden Ästen im Wald gemacht. Da sein dünnes Feld nicht viel abhält, verletzt er sich schnell und auch seine Mäntelchen werden immer wieder mal zerrissen. So brachte mich mein Freund auf die Idee, für die nächste Ausgabe eines Hundemantels einen reißfesten Stoff zu wählen, wie er von Motorradbekleidung her bekannt ist. Nachdem ich nichts Vergleichbares im Internet gefunden hatte, besorgte ich mir kurzerhand den Stoff samt wärmendem Fleece und ließ daraus nach Vorlage seines Regenmäntelchens ein äußerst strapazierfähiges Exemplar nähen.

So entstand ein wunderschöner orangefarbener Hundemantel, der zudem noch elegant aussieht. Und er hat noch eine Besonderheit: der dunkelblaue Fleecestoff ist nicht eingenäht, sondern eingeknöpft. So leistet der Mantel sowohl bei Regen in wärmeren Zeiten gute Dienste, als auch bei so kalter Witterung wie derzeit. Denn dann wärmt ihn ja das eingeknöpfte Fleece. Abgesehen von der Haltbarkeit des edlen Stückes, dient die Farbe Emiles Sicherheit, weil er nun von Weitem gesehen werden kann. Bijou ist ganz neidisch – aber sie ist ja von ihrem dicken Fell perfekt geschützt und da sie weiß ist, wird sie ohnehin gut gesehen.

Wer auch Interesse an einem reißfesten und robusten, aber trotzdem eleganten Windhundmantel hat, kann sich bei mir melden.

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Bijou beliebter als Emile – oder Mischling versus Rassehund

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Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Deutschen stehen Mischlingshunde. Das vermeldet die bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO (www.tasso.net). Sie muss es wissen, denn sie betreibt mit 7,7 Millionen Einträgen Europas größtes Haustierzentralregister. Im Verlustfall werden sie vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Mischlinge belegen demnach mit 148.364 Neuregistrierungen Platz eins – ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt.

Mischlinge wie die aus Ibiza stammende Bijou machen 41 Prozent bei den Neuregistrierungen aus. Kein Wunder, denn zum einen gibt es sehr viele Mischlinge im Tierschutz. Und immer mehr Menschen geben lieber einer leidenden Hundeseele ein neues Zuhause, als sich einen Zuchthund anzuschaffen. Hinzu kommt, dass Mischlinge oftmals gesünder und robuster, als Rassehunde sind.

Bijou und Emile sind der Beweis dafür. Während Bijou als Jack-Russel/Sheltie-Mix mit ihren knapp 13 Jahren noch topfit ist und keinerlei Alterserscheinungen oder Erkrankungen zeigt, ist der knapp sechsjährige Whippet Emile recht empfindlich. Beim kleinsten Wind fängt er an zu husten und auch seine Verdauung macht oft Probleme.

Auf Platz der Neuanmeldungen sind Labrador Retriever mit 19.031, gefolgt vom Deutschen Schäferhund auf Platz 3 (15.029). Letzteres verwundert mich sehr, zumal, abgesehen von den Hüftproblemen Schäferhunde sich bei Hundebegegnungen sich am wenigsten sozialisiert zeigen. Überwiegend reagieren sie sehr aggressiv auf Artgenossen. Emile und Bijou nehmen meistens entsetzt Reißaus, wenn ein Schäferhunde kommt. Allerdings hat die Beliebtheit von Schäferhunden in den vergangen Jahren laut Tasso nachgelassen.

Die Plätze vier und fünf gehören dem Chihuahua (12.807) und der Französischen Bulldogge (8.523). Mit 8.318 Neuregistrierungen übernimmt der Jack Russell Terrier Platz sechs, der Golden Retriever (7.123) und der Yorkshire Terrier (6.291) kommen auf die Plätze sieben und acht.

Der Australian Shepherd (5.438) und der Border Collie (3.841) belegen in der TASSO-Rangliste die Plätze neun und zehn. Sie sind, insbesondere wegen ihrer hohen Intelligenz, die am schwersten zu haltenden Hunde. Da bei Ihnen der Hüte-Instinkt stark ausgeprägt ist, sind sie für die Stadt wenig geeignet und brauchen dort ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten , um nicht neurotisch zu werden. Manch einer dieser Rassen hütet schon mal Blätter oder – noch schlimmer – Kinder. Da kommt es leicht zu Missverständnissen.

Wer beides haben möchte, einen Mischlings- und einen Rassehund, nimmt einfach zwei. Zu Zweit ist auch ein Hundeleben viel schöner – wie Emile und Bijou (www.facebook.com/BijouuEmile/) bestätigen können – ohne, dass zwei Tiere wesentlich mehr Arbeit machen. Dafür sind beide glücklich und zufrieden – und niemals allein.

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Weihnachtliche Gefahr für Hund und Katz

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Die Adventszeit und die Weihnachtstage sind meist mit viel Trubel verbunden, den auch die Tiere zu spüren bekommen. Kerzen, Christbaumschmuck und ungesunde Leckereien von der Festtafel sind für viele dabei Verlockung und Gefahr zugleich. Damit Weihnachten für Mensch und Tier stressfrei bleibt, gibt der Deutsche Tierschutzbund (https://www.tierschutzbund.de) Tipps für den Umgang mit Hund, Katze und Co. während der Feiertage. Ein Haustier und insbesondere ein Hund oder eine Katze sind in der Regel richtige Familienmitglieder.

Einsamen Menschen dienen sie gar als Ersatz für eine fehlende Bezugsperson. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Tier auch ein Weihnachtsgeschenk erhalten soll. Nur sollte man darauf achten, dass die Leckereien, Spielzeug oder Zubehör tierschutzgerecht sind. Zum einen können spontane Futterumstellungen zu Problemen führen, zum anderen sind zuckerhaltige Snacks oder Gebäck, das für den menschlichen Verzehr gedacht ist, absolut ungeeignet. Schokolade etwa enthält Theobromin, was bei Tieren zu schweren Vergiftungserscheinungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Auch splitternde Geflügelknochen oder Fischgräten bergen ein hohes Risiko innerer Verletzungen.

Bei der Auswahl von Tierspielzeug und -zubehör sollte man darauf achten, dass keine Teile, zum Beispiel aus Plastik, abgenagt und dann verschluckt werden können. Auch normale Kuscheltiere sind nicht unbedingt für Hunde oder Katzen geeignet. Besser greift man auf eigens für sie produzierte Stofftiere zurück. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Hunde ist etwa ist ein Futterball, den man mit Leckereien bestücken kann. Solche Stöber- und Geschicklichkeitsspiele tragen zur geistigen Anregung bei, weil der Hund sich sein Futter erarbeiten muss. Und Emile bekommt übrigens ein neues Mäntelchen – aber dazu an anderer Stelle mehr (s.a. den Beitrag: Emile und seine Kleider – http://www.inga-spruenken.de/das-mantelchen-die-vierte-emile-und-seine-kleider/).

Gerade wenn sich an den Weihnachtstagen viel Besuch ankündigt, sollten Hunde und Katzen jederzeit Zugang zu einem Rückzugsort haben, an dem sie völlig ungestört sein können. Katzen sind da noch empfindlicher als Hunde, die gerne dabei sind. Neugierige Tiere können sich an Kerzen verbrennen oder sie umstoßen, so dass man Tiere und brennende Kerzen nie ohne Aufsicht in einem Raum lassen sollte. Auch der Christbaum fasziniert viele Hunde und Katzen. Wenn sie den Baum anspringen, könnte er umfallen. Daher sollte er besser mit einem Haken an der Wand befestigt sein. Geschenkbänder und Lametta könnten beim Verschlucken einen lebensbedrohlichen Zustand erzeugen, wenn sie sich etwa im Darm „auffädeln“. Daher sollte man grundsätzlich besser Baumschmuck aus Naturmaterialien, wie Stroh oder Holz, verwenden.

Pflanzen wie Amaryllis, Weihnachtsstern, Stechpalmen, Christrosen oder Misteln enthalten für Haustiere giftige Substanzen, die zu Magen-Darmbeschwerden mit Krämpfen und oft blutigem Durchfall, Erbrechen, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen führen können. Je nach aufgenommener Menge ist der Tod durch eine Weihnachtsstern-Vergiftung nicht ausgeschlossen. Die Pflanzen sollten daher immer außer Reichweite der Tiere stehen. Auch auf Duftöle und Schneespray, an denen die Tiere lecken könnten, sollten Tierhalter wegen giftiger Inhaltsstoffe besser verzichten.

Wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann Weihnachten für Mensch und Tier indes zu einem entspannten und fröhlichen Fest werden. In diesem Sinne wünschen Bijou & Emile frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Eine Kutschfahrt, die ist lustig

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Wandern und Kultur standen auf dem Programm beim jüngsten Urlaub, zu dem Emile und Bijou starteten. Auch wenn sie wenig begeistert von der Autofahrt an sich waren, zeigten sich die beiden erfahrenen Urlauber vom Hotelzimmer in Schellerhau (http://www.berghotel-lockwitzgrund.de), einem auch als Wintersportort beliebten Höhendorf, angetan. Als wären sie Zuhause, machten sie es sich sofort auf ihren Decken gemütlich und bettelten nach Futter. So gestärkt und ausgeschlafen waren sie dann am nächsten Tag freudig mit von der Partie, als anstatt über die Höhen und durch die Täler des Erzgebirges zu wandern, aus wettertechnischen Gründen eine Stadtbesichtigung anstand: Dresden galt es zu erkunden, und dass nicht nur auf vier Pfoten, sondern sogar in einer Kutsche. Große Aufregung herrschte, als das Gefährt sich anschickte, loszurollen – hatten die beiden doch noch keinerlei Erfahrung mit dieser Art der Fortbewegung. Während des anschließenden Einkaufsbummels der Zweibeiner zogen sie es daher auch vor, sich auf dem Rücksitz des Autos von diesen Aufregungen zu erholen.

Das brave Warten hatte sich gelohnt, denn am nächsten Tag galt es endlich, das Erzgebirge auf vier Pfoten zu erkunden. Geschlagene acht Stunden ging es auf Berge, durch Täler, durch Orte und Wälder, vorbei an alten Stollen und an einem Goethe-Denkmal, wo die belesene Hundetruppe gerne fürs Foto posierte. Mal eben über die grüne Grenze nach Tschechien und ein Foto mit Grenzstein gemacht, dann wieder eine Einkehr, wo es Leckerchen und ein Wasserschälchen gab. Einzig das Besucherbergwerk in Zinnwald wollte keine vierbeinigen Besucher. Das stellte sich jedoch im Nachhinein als Glück heraus – wären es doch nochmals knapp drei Kilometer gewesen, die die müden Vier- und Zweibeiner unter Tage hätten laufen müssen.

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Die Nacht jedenfalls wurde ganz intensiv zum Ausruhen genutzt, schließlich stand am nächsten Tag ein Besuch im Elbsandsteingebirge auf dem Programm. Hinauf auf die Feste Königstein, wo Hunde im Außengelände, nicht aber in den Gebäuden erlaubt sind. Das lohnte sich trotzdem, allein schon wegen der Aussicht. Außerdem konnten sich Herrchen und Frauchen ja auch abwechseln beim Besuch des Innenlebens der alten Grenzfestung, die traumhafte Ausblicke aufs Elbtal und die umliegenden Tafelberge bot. Nach einer Fahrt mit der Elbfähre ging es schließlich noch hoch auf die für ihre Brücke in schwindelnder Höhe bekannte und oft fotografierte Bastei. Unzählige Stufen steil bergauf wollte sich Bijou dann doch nicht antun und ließ sich lieber tragen, während Emile freudig voranstrebte, um sich schließlich hoch über der Elbe stolz fotografieren zu lassen. Frauchens Höhenangst stieß bei den beiden jedenfalls auf wenig Verständnis.

Der angedachte Besuch von Prag für den darauffolgenden Tag wurde vom menschlichen und tierischen Familienrat gemeinsam über den Haufen geworden, um bei schönstem Herbstwetter lieber einen kleinen Ausflug in die nächstgelegene tschechische Stadt Teplice zu unternehmen. Dort gab es sogar einen eigenen Laden mit sehr günstigen Hunde-Leckerlis, was den beiden besonders gut gefiel. Am Nachmittag dann brachen alle gemeinsam noch einmal zu einer Wanderung über die Höhen des Erzgebirges auf, was in einem Abendessen in einem superkitschigen Erzgebirge-Lokal in Altenberg endete. Nach der gut überstandenen Rückfahrt, die über Leipzig führte – dort wurde die arme Bijou im Café Mephisto vom stündlich mit einem Donnergrollen erscheinenden Teufel erschreckt – warten die beiden nun schon auf den nächsten Urlaub. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als den ganzen Tag über mit seinen Menschen auf Tour zu sein. Blöd, dass die auch immer arbeiten müssen….

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Urlaubsfreuden an der Ostsee

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Ihren Urlaub haben nicht nur Frauchen und Herrchen genossen, sondern auch Emile und Bijou. Im August ging es mit dem Campingbus nach Mecklenburg-Vorpommern zunächst an die Seenplatte, wo wir den Geburtstag eines Freundes an dessen Bootsliegeplatz feierten. Allerdings gefiel es den Fellnasen am Fleesensee nicht so gut. Schließlich gab es rund um den Yachthafen Lebbin wenig bis gar keine hundefreundlichen Spazierwege. Die Wege führten zumeist an der Straße entlang und auch das Baden im See war für Emile und Bijou tabu, denn Hunde waren am Seestrand nicht erlaubt. Die Argumentation, dass es sich ja eigentlich nicht um einen Strand, sondern um eine Wiese handelte, war zwar richtig, wäre aber letztlich nicht durchzusetzen gewesen. So legten wir uns ganz an den äußeren Rand unter einen Baum, was niemanden störte, da Emile und Bijou immer ganz brav auf ihrem Platz bleiben. So dauerte der Aufenthalt dort nur drei Nächte.

Deutlich schöner und entspannter war es für die Herr und Hund im Ostsee-Örtchen Freest direkt gegenüber der Insel Usedom. Dort gab es nicht nur einen äußerst unkonventionellen und hundefreundlichen Campingplatz (www.campingplatzfreest.de), sondern dahinter ein Waldgebiet für ausgedehnte Spaziergänge. Zudem waren es nur fünf Minuten zum Hafen und zum Strand, auf dem zu großen Teilen auch Hunde erlaubt waren. Das gefiel uns so gut, dass der ursprüngliche Plan, noch weitere Orte an der Ostsee anzufahren, verworfen wurde. Stattdessen genossen wir alle acht unbeschwerte Tage mit Strandleben, Fahrradtouren und Spaziergängen.

Emiile und Bijou hatten viel Spaß am Strand und machten einige neue Hundebekanntschaften. Im Gegensatz zu anderen Hunden zeigten sie sich äußerst brav und lagen die meiste Zeit unangeleint (!) dort, wo auch wir so rumlagen. Natürlich war immer ein Baum in der Nähe, damit sie auch in den Schatten ausweichen konnten. Ab und zu gab es auch mal ein kleines Bad im Meer. Hier an der Peenemündung sorgt die Boddenlandschaft dafür, dass man ewig lang ins Wasser laufen kann, bevor es tiefer wird. Allerdings waren Emile und Bijou lieber an Land, als im Wasser und mussten dann auch schon mal „zwangsweise“ abgekühlt werden. Insbesondere Bijou mit ihrem langen Fell wurde es schon mal zu warm. Da nützte auch das mitgeführte Wasserschälchen nichts. Die Besuche im Meer quittierte sie jedes Mal, mit großen Schwanzwedeln, obwohl sie sich anfangs immer erst mit allen vier Pfoten sträubte. Auch Emile machte ein eher angewidertes Gesicht, wenn er seine Pfoten in das kühle Wasser tauchen sollte.

Am Campingplatz konnten die beiden sich ungehindert auf der Wiese rekeln. Wie unkompliziert es dort doch zuging, erfuhren wir auf der Rücktour, als wir nochmals einen Stopp auf einem Campingplatz am Plauer See einlegten. Dort war alles reglementiert und Hunde – auch die, die brav waren – mussten streng an die Leine. Der Rückweg führte schließlich über das mittelalterlich anmutende Städtchen Quedlinburg in einer Tour zurück. Es hat allen Vieren hervorragend gefallen. Gemeinsam ist es einfach am schönsten…

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Eine Frage der Bindung

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Alles eine Frage der Bindung

Viele Probleme zwischen Hund und Mensch beruhen auf einer mangelnden Bindung. Herrchen und Frauchen verlieren an Einfluss, sobald etwas Interessanteres geschieht und ihr Rufen verhallt scheinbar ungehört. Was in solchen Situationen falsch ist, ist Druck, Strafandrohung und Kasernenton. Zwar hält das den Hund, aber stresst beide Seiten und hat mit einem Vertrauensverhältnis wenig zu tun. Stattdessen sollte man mit positiver Verknüpfung arbeiten und eine Bindung aufbauen.

Was Hunde motiviert, haben Forscher herausgefunden: Körpersprache und Töne. Insbesondere hohe, freudige Töne empfinden Hunde wie Menschen gleichermaßen als motivierend. Wer mit seinem Hund in einer Tonlage wie mit einem Baby spricht, hat die besten Chancen, auch „gehört“ zu werden. Wegen ihrer hohen Stimme haben Frauen damit generell einen Vorteil. Körpersprachlich wirkt alles, was klein macht, also etwa herunterhocken. Indem man positiv agiert, lernt das Tier, dass ihm nur Gutes im Umfeld seines Menschen geschieht.

Grundsätzlich erwarten Menschen zuviel von Hunden. Auch wenn sie die Intelligenz etwa von zweijährigen Menschen haben, wie Forscher kürzlich noch einmal bestätigt haben, haben sie doch Verhaltensweisen, die für Menschen nicht immer verständlich sind. Für den Hund ist es allerdings genauso schwierig, das Verhalten des Menschen zu verstehen. Hunde untereinander halten ständig Blick- und Körperkontakt – dies festigt die Bindung untereinander. Darum sollte man darauf achten, wenn der Hund Blickkontakt zum Menschen sucht. Das ist für seine Bindung essenziell notwendig. Das Gleiche gilt für Berührungen im Vorbeigehen, weil das auch Hunde untereinander tun, um die Zusammengehörigkeit zu stärken.

Vielfach wird behauptet, dass der Hund nur 0,5 bis eine Sekunde Ursache und Wirkung verknüpfen kann. Was Emile und Bijou betrifft, habe ich allerdings eine andere Erfahrung gemacht, da sie durchaus wissen, wann ihr Verhalten eine negative Reaktion hervorruft. Hilfreich dabei ist es, auf die Signale des Hundes zu achten. Für jedes Bindungssignale wie Blick- oder Körperkontakt sollte er mit gleichem belohnt werden.

Läuft der Hund voraus und dreht sich um, sollte man ihn loben oder ein Leckerli hinhalten, wenn er kommt. Der Hund wird sich immer öfter umdrehen. Zu oft gemacht, wird das jedoch wieder uninteressant. Hier arbeiten Hundetrainer mit einer so genannten variablen Verstärkung des Verhaltens. Das heißt, die Leckerlis werden nach einer Zeit wieder reduziert. Denn die Lerneffekte sind umso größer, umso wechselnder man die Belohnung vergibt. Außerdem kann man auch in Form von Streicheln oder Spielen belohnen.

Um die Aufmerksamkeit des Tieres zu erhalten, hilft es manchmal auch, einfach die Richtung zu wechseln. Wenn er dann kommt, sollte er gelobt werden. Nicht gut, aber von vielen gerne praktiziert ist in diesem Zusammenhang das Verstecken. Denn das schafft wiederum Misstrauen und fördert Kontroll- statt Kontaktblicke.
Bei Hunden mit Jagdtrieb sollte man auf erste Signale achten. Wenn er losläuft, hat man seinen Einsatz verpasst. Die Endorphinproduktion hat dann schon begonnen und der Hund wird von seinem Gehirn für dieses Verhalten belohnt. Um ihn abzulenken, kann man ihn rufen und Leckerlis verstecken, wenn er an die Grenze der kritischen Entfernungszone gelangt. Beim Suchen der Leckerlis ist der Hund auf die Nähe und Zusammenarbeit mit seinem Herrchen angewiesen, was wiederum die Bindung stärkt.

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Weise Hunde – Emile und Bijou als Spiegel meiner Seele

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Hunde spielten im Leben des Menschen seit Jahrhunderten eine bedeutsame Rolle. Schon die ägyptischen Pharaonen liebten Hunde, der ägyptische Gott Anubis wird mit einem Hundekopf abgebildet. In Japan galt der Hund als Symbol für Macht, Status, Gesundheit und Wohlergehen. Allgemein steht der Hund steht als Sinnbild für absolute Treue, Liebe und Wahrhaftigkeit. Und das ist es, was wir so sehr an ihnen schätzen, denn genau das vermissen wir Menschen manchmal.

In den vergangenen Jahren haben sich die Menschen intensiv damit beschäftigt, was sie Hunden beibringen können. Asim Aliloski und Laurent Amann haben den Spieß einfach umgedreht. In ihrem Buch „Mein Hund hat eine Seele“ geht es darum, was Menschen von ihren Vierbeinern lernen können, um glücklicher und gesünder zu leben. „Für mich sind Hunde nicht nur treue Wegbegleiter, sondern auch weise Seelenratgeber und exzellente Kommunikationsprofis“, sagt Laurent Amann.

Diese These belegt der in Österreich als Hundeflüsterer bekannt gewordene Autor in dem bezaubernden Buch „Mein Hund hat eine Seele“, in dem er zusammen mit dem Mentalcoach Asim Aliloski einen ganz neuen Blick auf das faszinierende Lebewesen Hund geworfen hat. So erfährt der erstaunte Leser nicht nur, wie Hunde kommunizieren, sondern auch viel über sich selbst. Denn um seinen Hund zu verstehen, muss auch der Mensch im Hier und Jetzt sein, wie die Autoren sagen.

So quälen sich viele Hundebesitzer etwa mit Kommandos und Erziehungsregeln herum. Der Hund folgt nicht und der Besitzer ist frustriert. Dabei ist es laut den Autoren ganz einfach: „Wenn Sie wollen, dass Ihr Hund ein Sitz macht, dabei aber daran denken, den Geschirrspüler auszuräumen und vielleicht noch vom Tag im Büro gestresst sind, wird es in den meisten Fällen nicht klappen“, erklären sie, dass Hund das spiegeln, was ihre Besitzer ihnen vorgeben. So kommt es oft zu auffälligen oder unerwünschten Verhaltensweisen.

Laurent Amann (www.laurentamann.com) und Asim Aliloski (www.asimaliloski.com) gehen sogar soweit, zu behaupten, Hunde könnten verstehen, welche Probleme ihr Herrchen oder Frauchen hat. Bei dieser These greifen sie auf eigene Erfahrungen mit ihrem Hund Rio zurück. Als dieser als Welpe zu Laurent Amann kam, weigerte er sich zu fressen. Schließlich wurde dem neuen Hundebesitzer klar, dass er sich selbst auch gerade in einer stressigen Lebensphase befand und immer weniger aß. Als er anfing, das zu ändern, bekam auch der Hund wieder Lust auf sein Futter. Denn Hunde reagieren sehr sensibel auf menschliche Emotionen und können das Leben ihres Besitzers wieder in Balance bringen.

Ich kann die Aussagen der beiden Autoren nur bestätigen. Auch Emile und Bijou erahnen vieles und versuchen mir manchmal auf subtile Weise Wege aufzuzeigen, die sich später als richtig erweisen. Für besondere Aufregung sorgt allerdings derzeit ein neuer Mann im Leben von Frauchen. Dabei hatte es sich Emile doch so gut als Mann-Ersatz eingerichtet… Aber er merkt auch, dass es in Ordnung und Frauchen glücklich ist. So arrangiert er sich, auch wenn seine Stellung im Rudel in seinen Augen noch geklärt werden muss.

Hintergrundinfos zum Buch auf www.hundeseele.info

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Fit wie Bijou – oder Hunde im Alter

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Bijou ist immer noch voll fit, obwohl sie im Mai 12 Jahre alt wird. Nur um die Schnauze herum ist sie grau geworden, was man wegen ihrer Vielfarbigkeit aber nur merkt, wenn man alte Fotos als Vergleich hinzuzieht. Sie ist immer noch manchmal wie ein junger Hund, spielt übermütig und rennt fröhlich durch die Gegend. Selbst beim Joggen hält sie noch problemlos mit.

Alterserscheinungen wie ein größeres Schlafbedürfnis oder eine steife Körperhaltung, langsame Bewegungen zeigen sich bei ihr nicht. Bei kleinen und mittelgroßen Hunden und sowie insbesondere Mischlingen kommen Alterserscheinungen im Allgemeinen später, als bei Hunden großer oder sehr großer Rassen. Neufundländer, Doggen oder Bernhardiner haben schon mit zehn Jahren zumeist ihr Höchstalter erreicht. Die Seniorphase beginnt bei ihnen zum Teil schon am dem sechsten Lebensjahr.

Pudel oder Dackel sind oft bis zu 15 Jahren noch fit. Die ältesten Hunde, die es je gegeben hat, sollen sogar 27, 29 und 34 Jahre alt geworden sein. Zusätzlich zur Hunderasse wirken sich wie beim Menschen auch Lebensstil, Ernährung und medizinische Vorgeschichte auf die Lebenserwartung aus. Während es zwischen Rüden und Hündinnen keinen Unterschied gibt, leben kastrierte Hunde im Durchschnitt ein Jahr länger als nicht kastrierte. Hunde, die in ländlichem Umfeld gehalten werden, haben eine höhere Lebenserwartung als Stadthunde, schlanke leben länger als dicke.

Hundesenioren haben weniger Geschmacksnerven und reduzierte Speichelsekretion. Das erklärt, warum einige mit zunehmendem Alter schlechter fressen. Oft sind auch die Zähne abgenutzt, und der Darm ist träger als in der Jugend. Darum sollte man Tierknochen besser weglassen. Dank Fertigfutter und Futterzusätze ist es einfach, jedem Hundesenior die passende Ernährung zu bieten. Ein alter Hund braucht grundsätzlich weniger Eiweiß und mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Ein älterer Hund hat oft Verschleißerscheinungen an Gelenken und Knochen. Das Risiko, Gewicht und Muskelmasse zu verlieren, steigt und auch sein Immunsystem ist nicht mehr so effektiv. Trotzdem sollte man ständige Wiederholungsimpfungen vermeiden. Die Spaziergänge sollten seinen Bedürfnissen angepasst werden. Besser geht man, wie bei jungen Tieren, öfter, aber kürzer – aber Vorsicht, zu wenig Bewegung fördert Fettleibigkeit. Auch sollte der Hund nicht auf sehr kaltem und hartem Untergrund liegen und, wie alte Menschen, vor großer Hitze geschützt werden.

Schwellungen unterhalb der Augen können auf Abszesse an der Zahnwurzel hinweisen und müssen tierärztlich behandelt werden. Auch sollten Warzen, fettige Klumpen oder Tumore frühestmöglich vom Tierarzt untersucht werden, da eine frühe Erkennung das Leben des Tieres retten könnte. Der Tierarzt kann auch ein regelmäßiges Alters-Screening durchführen und Buch führen über den Gesundheitszustand des Hundes. Zudem ist Denktraining wichtig. Dazu können Spiele wie Suchen versteckter Spielzeuge dienen. Liebevolle Fürsorge trägt maßgeblich zu einer guten Lebensqualität. So verhilft regelmäßiges Bürsten nicht nur zu einem gepflegten Fell, sondern massiert auch die Haut und fördert dadurch die Durchblutung.

Grundsätzlich sind ältere Hunde weiser und reagieren viel souveräner auf verschiedene Gegebenheiten. Manche Dinge wie Angst vor dem Autofahren, Gewitter oder Knallern – alles Dinge, die Bijou aufregen – ändern sich jedoch nie.

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Der Schneehund – oder Emile und Bijou im Winter

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Emile und Bijou haben heute fleißig geholfen, einen Schneehund zu bauen. Schnee lieben die beiden über alles. Sie toben immer eifrig darin herum. Grundsätzlich aber rät der Deutsche Tierschutzbund zu einigen Maßnahmen im Winter, die sich meiner Meinung nach auch schon von selbst verstehen. Dazu gehört besonders auch, an die Sicherheit im Dunkeln zu denken, also ein Leuchthalsband oder Blinklichter am Halsband, damit Auto- und Radfahrer die Tiere schon aus großer Entfernung sehen.

Während Emile wie alle Windhunde ein Mäntelchen braucht, da er keine Unterwolle besitzt, hat Bijou einen dicken Pelz. Grundsätzlich gilt, dass bei normalen Hunden das Fell als natürlicher Wärmeschutz ausreicht. Die Pfoten sollten nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abgespült werden, wenn sie Kontakt mit Streusalz hatten. Im Vorfeld hilft es, Vaseline oder Melkfett auf die Pfotenballen zu reiben, dann brennt das Salz nicht an den Pfoten.

In Verbindung mit Nässe setzt auch Hunden die Kälte zu. Deshalb sollten die Spaziergänge nicht zu lang sein, sondern lieber öfter und kürzer. Danach heißt es Abtrocken – und bei uns „Füsse putzen“. Grundsätzlich sollten Tiere – insbesondere mit nassem Fell – vor Zugluft geschützt werden, rät der Tierschutzbund. Emile wird abends manchmal sogar zugedeckt, da er tatsächlich nachts friert. Schließlich schläft er in seinem Körbchen und nicht im Bett.

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Menschen auf vier Beinen – oder Hunde müssen funktionieren

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„Ratsch“, die Flexi-Leine klickt und der Hundehals ruckt. Heute Morgen beim Spaziergang begegneten Emile, Bijou und ich einem älteren Herrn mit einem mittelgroßen Yorkshire-Terrier. Eigentlich interessieren sich Emile und Bijou wenig für andere Hunde, die entgegen kommen, aber dieser kleine Hund hatte es Bijou angetan. Schließlich waren sie auf einer Wellen- oder besser Größenlänge. Mit hoch erhobenem Schwanz hüpfte sie fröhlich auf den Kleinen zu.

Auch er zeigte sich ganz interessiert und wollte neugierig an ihr schnuppern. Aber da machte es „ratsch“, die Leine klickte, der arme kleine Hund ruckte zurück. Herrchen wollte aus unerfindlichen Gründen die Begrüßung der beiden verhindern. Bijou drehte ab und der kleine Hund wurde weiter gezogen. In seinen braunen Augen unter den putzigen hochstehenden Augenbrauen war völliges Unverständnis zu sehen. Er drehte sich mehrfach um, aber musste weiter. Ein trauriges Bild, das uns immer wieder begegnet.

Auch Felix ist so ein armes, viel zu dickes Würmchen. Erst sechs Jahre alt, wirkt der mittelgroße Mischling viel älter, schließlich ist er so hoch wie breit. Und er ist eines – ein sehr freundlicher Hund. Dass er niemals frei laufen darf, sondern immer nur an der „Ratsch“-Leine geführt wird, ist die eine Sache. Die andere ist, dass er Emile und Bijou nur äußerst selten mal begrüßen darf. Meistens macht es „ratsch“ und wird er weggezogen. Immer sehe ich in seinen Hundeaugen ein völliges Unverständnis darüber, dass die anderen laufen dürfen und er nicht – und dass er nicht Hallo sagen darf. Manchmal wird er sogar auf die andere Straßenseite gezogen, nur weil das Herrchen Angst hat, der gute Felix könnte uns belästigen. Seine Figur ist letztlich der Bewegungsarmut geschuldet, denn schneller als der Menschenschritt ist er schon lange nicht mehr gelaufen.

Aber es gibt auch das Gegenteil davon. Hundebesitzer, die ihre Hunde die ganze Zeit beschäftigen müssen. Die Tiere wurden mit der Zeit süchtig nach Bällchen oder Frisbee-Scheiben und können sich auf gar nichts anderes mehr konzentrieren. Wieder andere werden den ganzen Spaziergang über erzogen. Sie müssen kommen, sitzen, sich ablegen, apportieren, bei Fuß gehen, dürfen nur spielen, wenn ihr Besitzer es ihnen erlaubt, nur schnuppern, wenn Herrchen oder Frauchen mal gnädig stehenbleiben, sie dürfen keine anderen Hunde begrüßen, sich nicht mal faul auf der Wiese räkeln oder gedankenverloren in der Gegend herumstehen. Sie müssen einfach nur funktionieren und immer und immer wieder üben, ein gut erzogener Hund zu sein.

Tun sie das nicht, besteht sofort die Gefahr, dass sie ihre Besitzer dominieren wollen. Schließlich hat Hund nichts anderes im Sinn als die Weltherrschaft zu übernehmen – oder zumindest die Herrschaft über Heim und Herd. Darum haben Hundetrainer sie domestiziert – und das Herrchen gleich mit. Dabei wäre ein bisschen mehr Achtsamkeit und Gespür für die Bedürfnisse des engsten und treuesten Begleiters des Menschen doch der einfachste Weg. Schließlich sind es doch nur Tiere und keine Menschen auf vier Beinen.

Ein tolles Buch dazu haben Laurent Amann und Asim Aliloski zu diesem Thema geschrieben: https://www.facebook.com/meinhundhateineseele

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