Emile ist verletzt – war es ein Wildschwein?

Emilekrank

Es war am Donnerstag. Ich musste zu einem Termin und hatte keine Zeit für den morgendlichen Hundespaziergang. Darum ging Rolf mit Emile und Bijou. Als er nach Hause kam rief er: „komm‘ schnell runter“. Ich raste zur Terrassentür und da stand Emile. Nicht nur seine Ohren hingen, auch die Haut an seiner rechten Vorderlauf hing weit herunter, ebenso wie unter seiner Brust. „Wir müssen sofort zum Tierarzt“, rief ich und schon hatte Rolf das Auto geholt und eine Decke auf die Rückbank gelegt. Währenddessen versuchte ich unseren Tierarzt zu erreichen.  

In der Praxis ging niemand dran – es war ja noch vor neun Uhr. Also probierte ich das Handy und er meldete sich. Er sei auf dem Weg zur Praxis und in einer viertel Stunde da – die gleiche Zeit, die wir dorthin brauchen. Ich musste weg und Rolf fuhr mit Emile zur Praxis. Schon nach kurzer Zeit kam auf dem Weg zu meinem Termin der erlösende Anruf: Es ist nur eine Hautverletzung, muss aber genäht und auch noch ein Stück eingeschnitten werden, damit es gerade wieder zusammenwächst – OP eine Stunde, Um 12 Uhr könne er abgeholt werden.

Als ich am Nachmittag wieder nach Hause kam, lag Emile in seinem Körbchen, aber ohne Verband. Rolf erzählte, dass er schon wach war, als der Verband angelegt werden sollte. Aber das hatte er nicht mehr zugelassen. Er war vor Angst vom OP-Tisch gesprungen. Also musste ein sauberes T-Shirt von mir herhalten. Ich zerschnitt es und zog es ihm über, so dass alle Wunden sauber abgedeckt waren. Seither läuft er nun mit dem T-Shirt durch die Gegend. Aber es geht ihm schon wieder ganz gut. Die Schmerzmittel konnten wir absetzen – man merkt ihm sehr gut an, ob er Schmerzen hat.

Stattdessen bekam er Staphisagria. Das ist ein homöopathisches Mittel, das bei Schnittwunden und Operationen hilft (weitere Mittel gibt es in Fred & Otto unterwegs in Köln). Genau das hatte ich Bijou auch gegeben, als sie kastriert wurde und ich konnte nach drei Tagen das Schmerzmittel absetzen. Was er noch bekommt, ist Antibiotika, da Schmutz in der Wunde war. Auch wenn ich das nicht gerne tue und lieber kollodiales Silber gegeben hätte, muss er es jetzt drei Tage bekommen, da der Tierarzt es ihm ja schon gegeben hatte und es nicht einfach abgesetzt werden sollte.

Wie es zu der Verletzung kam, ist indes unklar. Er war vorgelaufen und plötzlich losgestürmt, Bijou hinterher. Im Wald hörte Rolf Bijou bellen. Das ist eher ungewöhnlich, wenn sie einem Tier hinterherlaufen. Als Emile zurückkam, hatte er diese Verletzungen. Weit und breit gibt es an dieser Stelle jedoch keinen Stacheldraht, dafür aber ein riesiges Maisfeld, in dem regelmäßig Wildschweine hausen. Da das Verletzungsbild durchaus dem eines Wildschweinangriffs entspricht – das sind zumeist Schmittverletzungen im vorderen Brust-, aber auch im Bauchbereich, hervorgerufen durch die messerscharfen Hauer – könnte das also durchaus sein.

Ich fürchte, wir werden es nie erfahren, rate aber allen anderen Hundebesitzern zu Vorsicht, insbesondere in der Nähe von Maisfeldern. Es hätte durchaus auch schlimmer kommen können. Wildschweine haben Hunden auch schon mal den Bauch aufgerissen.  

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2 Gedanken zu “Emile ist verletzt – war es ein Wildschwein?

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