Emile wurde geimpft – jetzt ist er krank

MäuseGarten (8)

Jetzt war es gestern sogar schon im Radio. In der WDR-2-Sendung Quintessenz ging es um die jährliche Immunisierung von Hunden und Katzen. „Unnötig viele Impfungen“ lautete der Titel des Beitrags von Anne Debus. Viele Tierhalter ließen ihren Hund und ihre Katze alljährlich impfen, im festen Glauben, dem Tier etwas Gutes zu tun. Dabei seien manche Impfungen an sich schon wenig sinnvoll. Und jährliche Auffrischungsimpfungen erhöhten nicht den Impfschutz, sondern nur das Risiko von Nebenwirkungen und die Kosten für den Tierhalter.

Leider kann ich diese Erfahrung nur bestätigen. Vergangenen Mittwoch war ich mit Emile Fäden ziehen und dachte, ich könnte ihn mal wieder impfen lassen. Zwar bin ich auch ein Verfechter davon, Hunde nicht so oft impfen zu lassen, aber erstens war die letzte schon über zwei Jahre her und zweitens wollen wir im Oktober in Urlaub nach Italien, wo Tollwut-Impfungen vorgeschrieben sind bei der Einreise. Der Tierarzt hat dann direkt eine Kombi-Impfung gegeben gegen Leptospirose, Staupe und Hepatitis. Mein Tierarzt ist ohnehin der festen Überzeugung, dass jährlich geimpft werden muss.

Ab Mittag kam Emile ständig an und ich bemerkte, dass er am ganzen Körper zitterte. Sofort habe ich geschaut, ob ich ein homöopathisches Mittel da habe für ihn. Ich habe mich neben ihn auf den Boden gesetzt und ihm Reiki gegeben. Das half, das Zittern hörte auf. Nach einiger Zeit fing es erneut an und ich war so wütend, dass ich dem Tierarzt eine Mail schrieb. Ich teilte ihm mit, dass es das letzte Mal gewesen sei, dass ich die Hunde habe impfen lassen (Bijou hatte keine Nebenwirkungen) und dass ich künftig eine Titer-Bestimmung machen lassen würde und nur dann geimpft würde, wenn keine Antikörper mehr nachzuweisen seien.

Noch am gleichen Abend rief er an und entschuldigte sich. Er erklärte, dass er einen neuen Lieferanten habe, weil der andere Lieferschwierigkeiten habe. Den Impfstoff verwende er schon seit drei Wochen, aber solche Nebenwirkungen habe es noch nicht gegeben. Inzwischen ist zum Glück das Zittern weg, aber fit ist er immer noch nicht und ich habe ein schrecklich schlechtes Gewissen, dass ich die Hunde nicht nur einfach gegen Tollwut habe impfen lassen, was ja sein muss bei Auslandsreisen. Und dann kam gestern noch dieser Beitrag. Da wurde von einer Hündin berichtet, die eine Woche nach der Impfung Blut gepinkelt habe und eine Woche später gestorben sei. Das sei eine Nebenwirkung gewesen. Wie schrecklich ist das denn?

In dem Beitrag hieß es jedenfalls, dass Schätzungen zufolge Tierärzte 30 bis Prozent ihres Gesamtumsatzes mithilfe von Impfungen erzielen und sie es deshalb empfehlen. Auch Menschen lassen sich schließlich nicht jedes Jahr impfen. Die Zulassungsbehörden verlangen von den Impfstoffherstellern keinen Nachweis der maximalen Schutzdauer. Mittlerweile belegen Studien aber, dass für die wichtigsten Viruserkrankungen auch bei Tieren eine Schutzdauer von 12 Jahren und mehr gilt, allerdings nicht für alle Erreger.

Das Einjahresintervall jedenfalls gilt offiziell als überholt. Die deutsche „Ständige Impfkommission Veterinär“ empfiehlt in ihren Impfrichtlinien seit 2006 für einige Impfungen ein Impf-Intervall von 3 Jahren. Und auch das ist zuviel. Der Weltverband der Kleintiere empfiehlt sogar, gegen die Haupterkrankungen nicht öfter als alle 3 Jahre zu impfen. Auch die von Tierärzten oftmals empfohlene Borreliose-Impfung ist Quatsch. Zwar sind einige Hunde mit von Zecken übertragenen Borrelien infiziert, aber die wenigsten erkranken daran. Und falls doch hilft Antibiotika.

Die Nebenwirkungen von Impfungen sind indes schlimm und reichen von vorübergehenden Beschwerden wie Schwellungen, Schlappheit und Appetitverlust bis hin zu schweren oder gar tödlichen Erkrankungen. Grundsätzlich heißt: Je jünger ein Tier ist, je geringer seine Körpermasse ist (also kleine Rassen) und je mehr Impfstoffe es auf einmal bekommt, desto höher ist sein Risiko einer Nebenwirkung. Ein Tier, bei dem schon einmal Impfnebenwirkungen aufgetreten sind, ist ebenfalls anfälliger.

Es gibt in Deutschland für Haustiere keine Impfpflicht. Lediglich für Auslandsreisen ist eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Ansonsten gilt Deutschland seit 2008 offiziell als tollwutfrei. Damit entfällt auch das Risiko. Für uns hat sich das Thema jedenfalls erledigt.

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14 Gedanken zu “Emile wurde geimpft – jetzt ist er krank

  1. Das ist ein sehr interessanter Beitrag. Auch ich habe zwei Hunde, die ich jährlich, im festen Glauben an die Notwendigkeit impfen lasse. Hinzu kommen die vierteljährlichen Wurmkuren…. Bei meinen beiden, Border Collie und Beagle, habe ich bisher keine Nebenwirkungen festgestellt. Zum Glück! Aber es ist doch ein ziemlicher Stress für die beiden, für mich ebenso. Die beiden werden von Impfung zu Impfung verstörter, sie wissen schon vor der Praxistür, dass etwas Unangenehmes auf sie zukommt. Ich leide mit ihnen und gelange körperlich beim Festhalten an meine Grenzen. Durchaus logisch, dass der Impfstoff länger wirkt, als nur 12 Monate!

    • Die armen Hunde! Es gibt einige Literatur, die einem die Augen öffnet über die Praxis der jährlichen Impfungen. Ich möchte mal den Menschen sehen, der sich jährlich gegen Mumps, Röteln, Masern und Pocken impfen lässt.

  2. hallo, ich habe gerade das Bild von Emilie gesehen und staunte. Er sieht ja fast genauso aus wie meine Emma. Meine Emma ist ein Findelhund aus der Türkei und keiner weiß, welche Rassen ihre Vorfahren haben. Zu welcher Rasse gehört dein Emilie?

    • Emile ist ein englischer Windhund, ein Whippet. Das ist die mittlere Größe bei den Windhunden (maximal 55 cm), eine Nummer kleiner gibts noch die Windspiele und dann noch die normalen Windhunde, die ab 60 cm groß sind. In südlichen Ländern finden sich aber eher die Galgos, die sehr ähnlich sind, auch in verschiedenen Größen.

      • danke für deine antwort, ich habe mir schon gedacht, daß in den Vorfahren meiner Emma ein Windspiel gewesen sein muß, dann sie hat einen enormen Brustkorb

  3. Gerne auch mal das Buch „Hunde würden länger leben, wenn …“ von Dr. Jutta Ziegler lesen und weiter im WWW informieren.

    • In meinen früheren Blog-Artikeln habe ich bereits daraus zitiert. Darum habe ich ja seit zwei Jahren auch nicht mehr geimpft und nur wegen der anstehenden Auslandsreise an die Tollwut-Impfung gedacht. Dabei habe ich mich leider von meinem Tierarzt beeinflussen und eine Kombi machen lassen – das passiert mir nie wieder. Aus Fehlern wird man schlau und Emile geht es zum Glück wieder gut.

  4. Hallo,
    ich bin auch eine Hunde Besitzerin,einer 1 1/2 Jährigen Hündin. Ich lasse meine Hündin auch regelmäßig Impfen,in den glauben,ihr damit was gutes zu tun und abzusichern und alle 3 Monate bekommt Sie auch ihre Wurmkur und Zecken Mittel aber zum Glück habe ich bis heute keine Nebenwirkungen bei meiner Hündin festgestellt.
    Aber seit ich den Beitrag von Emile gelesen habe,werde ich meine Tierärztin auf die ganzen Impfungen für meine Hündin ansprechen denn ich möchte nicht,das es meine Hündin irgendwann genauso ergeht,wie es Emile ergangen ist.
    Ich möchte meine Hündin durch so etwas nicht verlieren denn ich hab meine Hündin viel zu Lieb.

    • Liebe Sabrina,
      danke für den Beitrag. Ich würde dringend empfehlen, das Impfverhalten, die Wurmkuren und auch die Zeckenmittel zu überdenken. Selbst, wenn es bis jetzt keine Nebenwirkungen gibt, belasten diese vielen chemischen Substanzen auf Dauer den Organismus des Tieres und machen es krank. Denn was Parasiten schadet, schadet letztendlich auch dem Hund. Leider sind Erkrankungen der Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse bei Hunden auf dem Vormarsch. Menschen lassen sich ja auch nicht jedes Jahr impfen oder einfach mal prophylaktisch gegen Würmer behandeln. Bei letzteren könnte man eine Kotprobe entnehmen, bevor man sich dazu entscheidet. Die Darmflora macht das ein ganzes Hundeleben lang nicht mit. Es gibt dazu ein Buch von der Tierärtzin Dr. Jutta Ziegler „Hund würden länger leben, wenn…“.
      Viele Grüße
      Inga Sprünken

  5. Bitte lest diese Bücher Von Jutta Ziegler…
    Hunde würden langer Leben wenn…
    Und
    Tierärzte Können die Gesundheit ihres Hundes gefährden, neue Wege in der Therapie…
    Ein unbedingtes muss.

    I c h…. Lasse meine Hunde N i c h t Mehr impfen, geschweige denn sie mit Spot on’s oder Wurmkuren zu vergiften…

    S. Müller

  6. Hallo, Du schreibst du musstest Fäden ziehen lassen bei ihr, also hat sie einen chirurgischen Eingriff gehabt ? Wenn ja, hätte Dein Tierarzt es wissen müssen, dass man nicht impfen darf, wenn das Tier nicht 100% gesund ist . Bei uns Menschen darf man nicht impfen, wenn man „nur“ einen Schnupfen in der Familie hat. Darauf hätte er dich hinweisen sollen. Es ist wirklich unglaublich wie fahrlässig die Aerzte sind, ich war auch vor Jahren sehr krank und der damalige Arzt hat mich auch geimpft, jetzt 12 Jahre danach habe ich immer noch grosse gesundheitliche Probleme.

    • Ja, da gebe ich dir Recht. Emile hatte eine Verletzung an der Schulter und Brust. Ich wollte meine Impfungen im vergangenen Jahr auch auffrischen lassen, aber mein Arzt empfahl, erst einmal zu schauen, ob ich noch Schutz habe – ganz einfach bei einer Blutuntersuchung. Die ergab, dass ich mindestens noch die nächsten drei Jahre ausreichend gegen die meisten Sachen geschützt bin, obwohl meine letzte Impfung mehr als 20 Jahre her ist Ich wünsche dir gute Besserung!

  7. Ich an Deiner Stelle würde den Tierarzt damit konfrontieren, dass er hätte nicht impfen dürfen, und dass er das was er verbockt hat auf seine Kosten wieder gut machen soll. Er soll wieder schauen, wie er Deine Hündin wieder auf die Beine kriegt. In jedem anderen Beruf müssen die Leute, das was sie verbockt haben wieder gutmachen, nur die Aerzt bauen Scheisse am laufenden Band und tun dann so, als ob nichts passiert sei. Schau mal hier, vielleicht würde ihr eine Infusion schon helfen, er soll ihre Nieren checken vorher. Wirklich , ich würde daraf bestehen :
    http://www.internisten-im-netz.de/de_akute-nierenschwaeche-behandlung_965.html
    alles Gute
    übrigens ich inhaliere seit einiger Zeit mit Infusionslösung und meersalz, um den osmotischen Druck in den Zellen wieder herzustellen und es schlägt an.
    Gute Besserung für deine Hündin

  8. Liebe Cindy, ja, da gebe ich dir Recht. Man sollte das wirklich machen mit dem Schadenersatz – allerdings ist Emile inzwischen wieder völlig okay. Ich bin so dankbar und froh, dass ich gar nichts Böses mehr machen möchte. Aber wir haben daraus gelernt. LG Inga

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