Großes Männerleid auch bei Hunden?

Amsterdam (52)

Wenn Männer krank sind, mutiert dies schnell zu einer Katastrophe – wer kennt sie nicht, die Männer-Grippe!? Gerade noch durfte ich eine solche miterleben. Während Frauen sich noch mit Fieber zur Arbeit zwingen, verkriechen sich Männer beim kleinsten Schnupfen jammernd unter die Bettdecke. Laut einer kanadischen Studie liegt das daran, dass Männer zwar Männer Schmerzen besser wegstecken als Frauen, aber nur wenn die Schmerzen kurz sind. Langanhaltende Reize können Männer schlechter ertragen, während Frauen sich an die Schmerzen gewöhnen.

So ist es bei den Menschen. Studien, die belegen, dass es bei Hunden auch so ist, habe ich keine gefunden. Aber wenn ich Emile und Bijou als Beispiele nehme, könnte es bei Vierbeinern ähnlich sein. Wenn ich etwa bei Bijou eine Zecke entdecke, merkt sie sofort, wenn ich anfange, mit den Fingern danach zu tasten. Sie verfällt dann in so eine Art geduldige Starre und wartet – ein bisschen ängstlich – auf den kleinen Zwick, wenn ich die Zecke mit den Fingerspitzen herausziehe.

Bei Emile ist es anders. Auch er merkt sofort, wenn ich anfange zu tasten, weil ich einen kleinen Knubbel unter seinem Fell entdeckt habe. Dann wird er nervös und sobald ich mit den Fingerspitzen anfange das Objekt zu Umkreisen, bricht er in Panik aus, zieht das betroffene Gliedmaß oder den Kopf zurück und springt entsetzt auf. Wenn ich ihn dann übertölple und mich beim Streicheln vorsichtig an die Zecke herantaste, um sie dann mit einem kleinen Ruck zu entfernen, springt er laut jaulend auf und macht ein Riesen-Theater, so als hätte man versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden.

Meist lobe ich ihn dann, wenn es mir das Herausziehen der Zecke gelungen ist, und lasse ihn daran schnuppern, wobei er sich wieder beruhigt. Inzwischen läuft er manchmal aber sogar schon ängstlich weg, wenn ich nur das Wort „Zecke“ sage oder er mitbekommt, wenn ich bei Bijou diesen Parasit entferne.

Und auch wenn Emile Bauchschmerzen hat, was wegen seiner Futtermittelallergie schon mal vorkommt, leidet er ganz fürchterlich und tut alles, dass er auch bemitleidet wird. Als er kastriert wurde, hat er trotz Schmerzmitteln gejammert, während Bijou, die ja als Weibchen eine viel größere Op hat über sich ergehen lassen müssen, das Ganze relativ locker weggesteckt hat. Vielleicht sollte ich das mal als Studie veröffentlichen: nämlich dass Hunde-Männer in Bezug auf Krankheiten und ihre Leiden nicht viel besser sind als ihre zweibeinigen Pendants!?

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