Vorsicht vor Schnecken

Naturpur 020

Ganz harmlos kommen sie daher, aber eigentlich sind sie sehr gefährlich und können Hunde sogar töten. Die Rede ist von Schnecken (Nacktschnecken und Schnecken mit Häuschen). Nicht sie selbst sind esr, die den Hunden etwas antun, es sind die Parasiten, die sie oftmals in sich tragen. Die Rede ist von Lungenwürmerlarven, deren Zwischenwirt sie sind. Insbesondere junge Hunde mit einem weniger stabilen Immunsystem stehen in der Gefahr, sich zu infizieren.

Auch Emile hatte schon einmal einen Lungenwurm. Er hat ihn sich, als er noch kein Jahr alt war, im Italien-Urlaub eingefangen. Zum Glück haben wir es rechtzeitig bemerkt. Unter anderem litt er an Husten. Denn Lungenwürmer setzen sich in Luftröhre, Bronchien und Lungenbläschen und teilweise sogar in den großen Herz- und Lungengefäßen ihrer Wirte fest.

Wie eine aktuelle Studie ergab, sind Lungenwurminfektionen bei Hunden in Deutschland häufiger als bislang angenommen. In sechs Prozent der Kotproben von 810 untersuchten Hunden ließen sich die Lungenwürmer nachweisen, die früher nur in südlichen Ländern Europas, in Afrika, Nord- und Südamerika vertreten waren. Gehäuft treten Lungenwürmer inzwischen auch in Dänemark, Frankreich und Großbritannien auf. In Deutschland gibt es Infektionen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie begrenzten Gebieten in Bayern, Sachsen und Brandenburg.

Anzeichen für einen Lungenwurmbefall sind Husten, Nasenbluten sowie blaue Flecken oder auch Verhaltensauffälligkeiten, da das zentrale Nervensystem angegriffen sein kann. Wenn die Larven der Lungenwürmer verschluckt werden, gelangen sie über den Darm und die Leber in die Lunge und die großen Gefäße, die die Lunge mit Blut versorgen. Hier wachsen sie heran und legen ihre Eier ab. Aus diesen Eiern schlüpfen kleine Larven, die in der Lunge umherwandern. Dadurch entstehen Gewebereizungen und kleine Entzündungsherde sowie Eiter, da die Lunge versucht, den Fremdkörper wieder loszuwerden.

Da auch die großen Blutgefäße nahe des Herzens betroffen sein können, kann es auch zu spontanem oder Blutungen unter der Haut kommen. Manchmal weisen auch Verhaltensänderungen auf einen Befall hin, da das zentrale Nervensystem auch befallen sein kann. Die Larven in der Lunge werden zum Teil hochgehustet und wieder geschluckt. So gelangen sie wieder in den Darm, wo sie im Kot nachgewiesen werden können.

Bei dem Verdacht reicht also eine Kotprobe aus. Entfernt werden die Lungenwürmer mit herkömmlichen Wurmmitteln. Trotz dieser Gefahr sollte man allerdings nicht wahllos entwurmen, weil das wiederum die Darmschleimhaut schädigt. Lieber sollte man von Zeit den Kot testen lassen – und man sollte seinen Hund davon abhalten, Schnecken zu fressen.

s.a.: http://www.inga-spruenken.de/?p=650

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