Herzkrank

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Schon länger habe ich nichts mehr gepostet. Das lag an verschiedenen Dingen, dem Tod meiner Mutter, vielen Aufträgen und daran, dass die arme Bijou herzkrank ist. Schon im vergangenen Jahr, als wir auf dem Weg in den Urlaub waren und sie in Aschaffenburg haben scheren lassen, sagte der Hundefriseur, der gleichzeitig auch Tierheilpraktiker ist, dass Bijou starke Herzgeräusche habe. Nach unserer Rückkehr war ich natürlich mit ihr beim Tierarzt, der das bestätigte. Er meinte jedoch, solange sie keine Symptome zeige, bräuchte man auch nichts zu unternehmen.

Doch dann im Herbst kippte sie das erste mal um. Es war bei der Begrüßungszeremonie, bei der sie manchmal richtig hochfährt und mich mit Freudengebell begrüßt. Das Gebell ging dann plötzlich in Husten über. Sie kam zu mir und brach zusammen. Sie lag auf der Seite und streckte ihren Kopf nach hinten. Das dauerte einige Sekunden, dann richtete sie sich wieder auf und schaute mich benommen an. Nach wenigen Minuten stand sie wieder auf, war aber ziemlich verwirrt über das Ganze.

Natürlich ging es sofort zum Tierarzt, der sie röntgte und ein kleines Lungenödem fand. Und ein Herzultraschall ergab, dass ihre Herzklappen nicht mehr richtig schließen. Der Tierarzt meinte, ihre Ohnmacht sei eine Synkope gewesen. Das ist ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust in Folge einer Minderdurchblutung des Gehirns, die nach der Ohnmacht zu raschen Reorientierung führt. Sie entsteht, wenn das Herz entweder aufhört zu schlagen oder aber rast und dann der Blutdruck stark abfällt. Beim Menschen wird dagegen entweder ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator eingesetzt, bei Hunden kann man nur mit Medikamenten arbeiten.

Der Tierarzt verschrieb Bijou zwei Herzmedikamente und ein Entwässerungsmittel. Leider vertrug sie diese Kombi nicht, kotzte und fraß ganz schlecht. So reduzierten wir die Menge. Von dem Mittel Cardisure 2,5 mg (https://imedikament.de/cardisure-flavour-10-mg-tabletten-fuer-hunde) bekommt sie nur noch eine halbe morgens und abends, von dem Entwässerungsmittel (Furotab 40, https://imedikament.de/furotab-40-mg-tabletten-fuer-hunde-und-katzen) nur eine Viertel Tablette einmal täglich und das zweite Herzmittel wurde zunächst abgesetzt. Das ging eine Zeit lang gut, dann bekam sie wieder Anfälle – nicht bei der Begrüßung, da werde ich direkt energisch, wenn sie sich zu sehr freut -, sondern einfach nur, weil sie zu einem Mann wollte, der ihr immer Leckerchen gibt und an der Leine war, so dass sie nicht schnell genug hin kam. Jetzt bekommt sie doch das zweite Herzmittel (Fortekor 2,5mg, http://www.tiermedizinportal.de/medikamente/fortekor/483448), das den Druck auf das Herz mindert. Eigentlich sollte sie eine ganze kriegen, fing aber nach der Gabe wieder an zu kotzen. Mit der halben Tablette scheint es jetzt erst einmal zu gehen.

Erstaunlicherweise kommen die Anfälle nicht bei jeder Anstrengung. Wenn sie mit Emile schnell hinter einem Eichhörnchen her rennt oder aber am Zaun entlangrast, um aufzupassen, hat sie keine Anfälle – vielleicht weil dann er Kreislauf insgesamt hochfährt und nicht nur das Herz anfängt zu rasen? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hoffe ich sehr, dass Bijou mit den Medikamenten doch noch ein schönes Leben hat, schließlich ist sie ansonsten fit. Sie sieht und hört nur ein bisschen schlechter, aber hat keinerlei Probleme mit dem Skelett und springt oft vergnügt wie ein junger Hund umehr. Im Mai wird sie 15.

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Mit Sommer-Frisur: Bijou und Emile unterwegs in bella Italia

20170606_195301Emile und Bijou ahnen es schon: Herrchen holt den Bus hervor und beginnt eifrig zusammen mit Frauchen, zu packen. Sollte es etwa wieder auf Reisen gehen? Nicht, dass das Hundegespann etwas dagegen hätte, Herrchen und Frauchen zu begleiten, aber das gemütliche Nest zu verlassen und ins Ungewisse zu entschwinden, ist immer so eine Sache – der Hund an sich ist eben ein Gewohnheitstier.

Doch erst einmal geht nur zu Emiles vorigem Herrchen, das in der Kroppacher Schweiz ein Café aufgemacht hat: #wilhelmstegcaféundbiergarten. Dort gibt es eine große Wiedersehensfreude und Kaffee und Kuchen zur Stärkung, bevor der Bus bestiegen und dann tatsächlich gen Süden gefahren wird. Aschaffenburg ist die erste Station. Direkt am Main gibt es einen schönen Wohnmobilstellplatz mit viel Grün fürs gesamte Rudel.

Dem Abendspaziergang entlang des Mains und in die Altstadt folgt am nächsten Morgen ein Spaziergang mit in einem ausgiebigen Frühstück in einem netten Café unweit des Johannisschlosses. Zufällig findet sich direkt um die Ecke ein Hundefriseur. So kommt die Idee auf, das nachzuholen, was vor der Abfahrt versäumt wurde: Bijou sollte eine schicke Sommerfrisur erhalten, denn schließlich ist Süditalien das Reiseziel.

Herrchens vergeblicher Versuch, Bijou zu scheren, war unter anderem am stumpfen Scherapparat gescheitert. Bijou sieht seither ein bisschen gerupft aus. Aber nun ist es soweit, der überraschte Hundefriseur, der gleichzeitig Tierheilpraktiker und Tierpsychologe ist, lässt sich breitschlagen, spontan Hand an sie anzulegen. Nach einer Stunde ist Bijou erstmals in ihrem Leben geschoren – und fit für Italien. Gleichzeitig gibt es noch ein homoöpathisches Herzmittel, Crataegus (Weißdorn), für die 14-jährige Hundedame, denn der Tierheilpraktiker (www.tierheilparktiker-otte.de) hält ihren Herzschlag für unregelmäßig.

Nach Stationen in Füssen und Ravenna, wo die Mücken sich sogar auf die Vierbeiner stürzen, landet die Hundefamilie in Kalabrien, wo es einen fantastischen Campingplatz gibt. Hier sind Hunde nicht nur gern gesehen, sondern sogar am Pool erlaubt: www.puntalice.it/de. Nach einer Woche Ausruhen geht es weiter nach Kampanien, wo es ebenfalls einen überaus hundefreundlichen Campingplatz gibt: www.campingvillaggiodeipini.com. Emile und Bijou dürfen hier frei laufen und Bekanntschaft mit dem Campingplatz-Hund machen.

Auch am Strand, wo eigentlich Hundeverbot herrscht während der Saison, wird das Ganze nicht so ernst genommen. Morgens und abends spazieren viele Vier- und Zweibeiner entlang des Meeres. Wellen-Bellen, Sandbuddeln und Stöckchen verfolgen macht Emile und Bijou in weichem Sand großen Spaß – das Ganze dann noch bei fantastischen Sonnenuntergängen. Viel zu entdecken gibt es auch in den Pinien– und Eukalyptuswäldern. Hier finden sich zahlreiche Smaragdeidechsen, die vor den Füßen der Vierbeiner vorbeiflitzen. Reisen bildet – auch Hunde.

 

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