Kluge Nachahmer oder wie Hunde lernen

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Hunde können einmal beobachtete Handlungen ihres Menschen auch noch Minuten später auf Befehl nachahmen. Diese Fähigkeit hätte man Hunden zu früheren Zeiten nicht zugetraut. Sie wurde aber n einer Studie von Verhaltensforschern der Universität Budapest nachgewiesen. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite aber schaut sich der Vierbeiner dabei auch socn mal unerwünschtes Verhalten ab.

Dass Hunde ihre Menschen imitieren und etwa gähnen, wenn der Mensch gähnt, ist nicht neu. Auch Emile und Bijou machen oftmals Dinge kurz hintereinander. Wenn einer sich schüttelt, schüttelt sich der andere auch. Das Gleiche gilt für das Strecken oder für das Niesen. Bijou und Emiles feinen Nasen stinken nämlich oftmals die Autoabgase. Wenn auf einem Feldweg ein Traktor stinkt oder wir entlang der Straße gehen und ein stark riechendes Fahrzeug vorbeifährt, niesen sie um die Wette.

Auch das „Pfötchen geben“ hat Emile von Bijou abgeschaut. Das kann man Hunden beibringen, indem man die eigene Hand hebt, heißt es. Ich habe es Bijou allerdings beigebracht, indem ich ihre Pfote hoch nahm, während ich „Pfötchen“ sagte. Beim „Leg dich“ habe ich sie leicht auf den Boden gedrückt und „Männchen“ machte sie ohnehin beim Betteln. Ich habe das dann noch verstärkt mit diesem Kommando. Auch am Fahrrad zu laufen lernten Emile und Bijou auf diese Weise. Das klappt inzwischen prächtig – auch ohne Leine. wobei ich genau darauf achte, dass sie die Geschwindigkeit vorgeben und nicht ich.

Was für Menschen von Kind an selbstverständlich ist, nämlich das bewusste Nachahmen, ist für Tiere eine komplexe Gehirnleistung. Denn um den anderen imitieren zu können, muss man ihm genau zusehen, verstehen, was er da macht, es auf sich selbst übertragen und dann umsetzen. Bei schwierigeren Handlungen wie beispielsweise beim Knoten wird das Nachmachen auch für Menschen schwierig. Die verzögerte Imitation des gezeigten Verhaltens gilt daher als eine der Königsdisziplinen des Gehirns. Denn nur, wer eine einmal gesehene Handlung auch noch nach Minuten nachmachen kann, hat begriffen, worum es geht.

Aber selbst dazu sind Hunde fähig. Bei ihnen dauert es nur länger, bis sie verstehen, dass sie etwas imitieren sollen. Der Befehl „Do it!“ hilft dabei. An der wissenschaftlichen Untersuchung nahmen acht Hunde-Mensch-Teams teil. Sie brauchten zwischen zwei und sieben Wochen, bis die Hunde lernten, die ihnen unbekannten Handlungsabläufe nachzumachen. Jeweils danach wurden sie abgelenkt und nach zehn Minuten aufgefordert, es nachzuahmen. Tatsächlich waren die meisten Hunde in der Lage, die zuvor gezeigte Handlung noch korrekt auszuführen. Das beweist die einzigartige Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Aber wie schon eingangs gesagt, sollte man aufpassen, damit der Hund kein unerwünschtes Verhalten imitiert.

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Bijou Hinkebein

Igel (2)
Bijou hinkt. Das bedeutet eigentlich nichts Schlimmes, denn das passiert schon mal. Entweder sie hat sich vertreten oder sie hat zuviel am Pfötchen herum geknabbert oder hat gebuddelt, aber meistens ist es kurze Zeit später schon wieder gut. Dieses Mal ist es aber anders. Emile und Bijou waren gestern den ganzen Tag über draußen, da auch Frauchen im Garten gewurschtelt hat. Bijou lag die meiste Zeit vor der Hecke und beobachtete den Bürgersteig.

Als ich sie rief, weil es Fressen geben sollte, kam sie angehumpelt, ohne dass ich mir große Gedanken gemacht hätte. Erst als sie heute Morgen immer noch nicht auf ihr linkes Vorderpfötchen auftrat, machte ich mir Gedanken. Zunächst gab es nur einen kurzen Spaziergang für das Häufchen. Dann brachte ich sie wieder nach Hause und lief allein mit Emile.

Das machte ihm relativ wenig aus. Erst nachdem wir anderen Hunden begegnet waren, fiel ihm wohl wieder ein, dass Bijou fehlte, denn danach wollte er gar nicht mehr weiter. Als wir schließlich wieder Zuhause ankamen, bellte Bijou und er war ganz aufgeregt und begrüßte sie. Im hellen Sonnenlicht und mit Brille machte ich mich daran, das Pfötchen zu untersuchen, ohne jedoch etwas feststellen zu können.

Ich versuchte es mit Kühlen, aber das brachte nichts. Ich versuchte Bryonia D 6, aber auch das änderte nichts. Ich untersuchte das Pfötchen erneut und sie quitschte, als ich an ihre Ballen kam. Okay, also nicht das Gelenk, sondern die Zehen, dachte ich mir. Ich tippte auf kleine Verletzungen und rieb das Pfötchen mit Penaten-Creme ein – ohne Erfolg. Jetzt gab es ein Bad in Kamille in der Hoffnung auf Erfolg. Stellt sich der nicht ein, geht es morgen zum Tierarzt.

Ich werde ihr in jedem Fall Blut abnehmen lassen, denn ich mache mir Gedanken, dass es ja auch ein Gelenkproblem sein könnte, was auf einen Zeckenbiss zurückzuführen ist. An der Begegnung mit dem Igel liegt es jedenfalls nicht – das war vergangene Woche.

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