Motorradkleidung für Hunde – oder Mäntelchen de luxe

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Künftig perfekt gegen Wind, Regen und Kälte, aber auch gegen Verletzungen geschützt, ist Emile. Nicht, dass sein dünnes Whippetfell jetzt etwa dicker geworden wäre, nein, er hat einfach ein neues Mäntelchen bekommen. Und das ist so reißfest, dass damit sogar Motorradfahren könnte – was er natürlich nicht tut, selbst wenn Frauchen und Herrchen diesem Hobby bei schönem Wetter gerne frönen.

Jeder Windhundbesitzer weiß, dass diese Rasse zum einen keine Unterwolle besitzt und daher ständig friert und zum anderen einst für das Hetzen von Wild gezüchtet wurde. Darum gelingt es auch kaum, den Tieren ihren Jagdtrieb komplett abzuerziehen. Viele lassen ihre Hunde daher höchstens auf der Hunderennbahn oder aber auf eingezäunten Hundeauslaufflächen von der Leine. Emile aber lebt auf dem Land, wo es weder das eine, noch das andere gibt. Außerdem soll er ein ganz normales Hundeleben führen können und nicht ständig angeleint sein.

Allerdings ist er inzwischen doch schon recht vernünftig geworden. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende, als er, obwohl ein Reh direkt vor seiner Nase über den Weg lief, sich abrufen ließ und stehen blieb. Ich war baff – er scheint endlich kapiert zu haben, dass es Ärger gibt, wenn er weg läuft und er sehr gelobt wird, wenn er bleibt.

Zudem hatte Emile kürzlich eine sehr unangenehme Begegnung mit einer Katze. Er war beim Spaziergang einfach hinter ihr hergelaufen, kam aber schnell und recht kleinlaut zurück. Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir den Grund: die Katze hatte ihm offensichtlich gezeigt, wer die stärkere ist und ihn ihrerseits in die Flucht geschlagen. Drei dicke Kratzer am Kopf und ein kompletter Krallenabdruck der ganzen Katzenpfote zierte seine linke Flanke. Die Narben am Kopf wird er wohl behalten, denn das Fell ist an der Stelle weg und die dunkle Haut kommt zum Vorschein.

Auch in der Vergangenheit hat Emile schon mal Bekanntschaft mit scharfen hochstehenden Ästen im Wald gemacht. Da sein dünnes Feld nicht viel abhält, verletzt er sich schnell und auch seine Mäntelchen werden immer wieder mal zerrissen. So brachte mich mein Freund auf die Idee, für die nächste Ausgabe eines Hundemantels einen reißfesten Stoff zu wählen, wie er von Motorradbekleidung her bekannt ist. Nachdem ich nichts Vergleichbares im Internet gefunden hatte, besorgte ich mir kurzerhand den Stoff samt wärmendem Fleece und ließ daraus nach Vorlage seines Regenmäntelchens ein äußerst strapazierfähiges Exemplar nähen.

So entstand ein wunderschöner orangefarbener Hundemantel, der zudem noch elegant aussieht. Und er hat noch eine Besonderheit: der dunkelblaue Fleecestoff ist nicht eingenäht, sondern eingeknöpft. So leistet der Mantel sowohl bei Regen in wärmeren Zeiten gute Dienste, als auch bei so kalter Witterung wie derzeit. Denn dann wärmt ihn ja das eingeknöpfte Fleece. Abgesehen von der Haltbarkeit des edlen Stückes, dient die Farbe Emiles Sicherheit, weil er nun von Weitem gesehen werden kann. Bijou ist ganz neidisch – aber sie ist ja von ihrem dicken Fell perfekt geschützt und da sie weiß ist, wird sie ohnehin gut gesehen.

Wer auch Interesse an einem reißfesten und robusten, aber trotzdem eleganten Windhundmantel hat, kann sich bei mir melden.

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Die Zeckenzeit beginnt – oder Gerüchteküche Spinnentiere

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Jetzt wo es schon so schön warm ist, werden auch wieder die Zecken aktiv. Die winzigen Spinnentiere sind das Feindbild für jeden Hundebesitzer. Nicht nur, dass man sich selbst beim Gassigehen leicht eine Zecke einfangen kann, auch Hunde leiden unter den Parasitzen, um die sich jede Menge Gerüchte ranken. Dazu gehört etwa, dass Zecken sich vom Baum fallen lassen. Das ist Unsinn: die kleinen Achtbeiner sitzen nicht in den Baumkronen, sondern vielmehr auf niedrigen, nur bis zu etwa eineinhalb Meter hohen Gräsern, Büschen und Sträuchern. Von dort aus lassen sie sich ganz einfach von Tier oder Mensch abstreifen. Das Hallersche Organ in ihren Vorderbeinen, mit denen sie wedeln, ist quasi die Nase der blinden Insekten. Damit können sie bestimmte Bestandteile des Schweißes wie Buttersäure und Ammoniak, aber auch das ausgeatmete Kohlendioxid wahrnehmen und so das potenzielle Opfer erkennen.

Da der Stechapparat der Zecke kein Gewinde aufweist, müssen die Tiere auch nicht herausgedreht werden. Die meisten Hundebesitzer wissen, man löst eine Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenzange. Herkömmliche Pinzetten eignen sich hingegen nur, wenn sie sehr spitz sind und man die Zecke ganz vorne am Kopf erfassen kann. Ich persönlich habe eie andere Methode, die bei vielen ein „Iiiih“ hervorruft. Ich ziehe die Zecken einfach mit meinen Fingerspitzen. Ich ertaste genau, wo der Zeckenkopf in der Haut sitzt und ziehe. Hierbei kann die Zecke weder zerdrückt, noch der Kopf abgerissen werden, wie es bei Pinzetten schon mal passiert.

Die Zecke mit Klebstoff oder Öl zu beträufeln, ist völlilg ungeeignet. Die Zecke erstickt zwar, hat aber noch reichlich Zeit, Krankheitserreger in die Wunde zu übertragen. So schnell stirbt so eine Zecke nämlich nicht, denn die Spinnentiere sind überaus robust. Selbst eine „Fahrt“ in der Waschmaschine ist kein Problem für sie, denn bis zu 40 Grad Celsius kann eine Zecke unbeschadet überstehen, kritisch für sie wird es erst ab 60 Grad. Unter Wasser können sie und ihre Larven mehrere Wochen überstehen. Und selbst das Gefrierfach ist kein Todesurteil, bei Minus acht Grad Celsius überleben sie locker 24 Stunden. Erst im Gefrierschrank bei Minus 20 Grad Minus ist Sense. Darum empfehlen manche Mediziner, die Zecken nach dem Entfernen in einem ausbruchsicheren Frühstücksbeutel einzuschließen und einzufrieren. So lässt sich das Spinnentier, wenn es etwa zu der auf einen Borrelienbefall hindeutenden Wanderröte kommt, später noch im Labor auf Krankheitsüberträger untersuchen.

Gegen die Borreliose oder auch gegen die gefährliche Hirnhautentzündung, die in erster Linie in südlichen und östlichen Teilen Deutschlands sowie in Österreich und der Schweiz von Zecken übertragen wird, kann man sich auch impfen lassen. Aber ich persönlich bin kein Freund davon, abgesehen davon, dass es auch keinen hundertprozentigen Schutz vor allen Krankheitserregern gewährt, die Zecken übertragen können. Wichtiger ist ein gutes Immunsystem – und die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen, denn im Gegensatz zu den FSME-Erregern, die für die Hirnhautentzündung verantwortlich sind, wird die Borreliose erst zeitversetzt nach mehreren Stunden übertragen. Hinweise auf übertragende Borrelien ist nach einem Zeckenbiss bei Mensch und Hund ein bis zu faustgroßer roter Fleck um die Einstichstelle herum.

Tierärzte empfehlen eine Zeckenvorsorge von Ende Februar bis Ende November. Dazu gibt es chemische Spot-On-Präparate, Zecken- und Flohhalsbänder. Allerdings sind die auch für Kleinkinder giftig und nicht für jeden Hund gleichermaßen verträglich. Bijou und Emile bekommen so etwas jedenfalls nicht, denn es gibt auch weniger gesundheitsschädliche Alternativen. Was man alles gegen Zecken tun kann, wenn man sich und seinen Hund nicht vergiften will, erzähle ich im nächsten Beitrag. Wer mein Buch „Fred & Otto unterwegs in Köln“ hat, kann es auch dort schon nachlesen.

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Jeden Tag Ostern oder Rituale rund ums Spazierengehen

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Hunde brauchen nicht nur Spaziergänge, sondern auch Rituale. Schließlich sind sie Gewohnheitstiere. Bijou und Emile warten morgens immer ganz aufgeregt auf ihren Spaziergang. Wenn Herrchen in der Woche früher aufsteht, stehen sie solange vor der Schlafzimmertür, bis ich komme, da sie wissen: dann gibt es den heiß herbeigesehnten Morgenspaziergang. Manchmal wird Emile auch ungeduldig und jammert leise vor sich hin, aber nur, um mich, sobald ich die Türe öffne, stürmisch zu begrüßen. „Zieht Frauchen Joggingsachen an oder gibt es einen normalen Spaziergang?“, das wird von beiden genau beobachtet. Obwohl es im Grunde nicht wichtig ist, denn in jedem Fall sind sie mit von der Partie. Auch Bijou hat noch keinerlei Probleme bei der Jogging- oder Walkinggrunde mitzuhalten.

Jetzt im Winter zieht Emile natürlich sein Mäntelchen an, in das er von ganz alleine schlüpft, sobald man es ihm hinhält. „Anschnallen“ (Leine festmachen) und schon kann es losgehen. Bis zur Wiese steigt die Ungeduld von Sekunde zu Sekunde, denn dort kann er frei laufen. Aber wie Bijou auch, bleibt er immer in Sichtweite. Und nach der Rückkehr gibt es wieder feste Rituale. Zuerst geht es durch den Hintereingang in den Garten. Dort ist das Wichtigste, zu prüfen, ob alles in Ordnung ist und nicht vielleicht irgendwelche vierbeinigen Eindringliche sich dort über Nacht zu schaffen gemacht haben. So war es vor wenigen Tagen. Da waren beide sofort losgerast, als sie vor dem Schlafen noch ihre Gartenrunde drehen sollten. Emile hat sogar gebellt, was eines der seltenen Ereignisse in seinem Leben ist. Beide rasten zum Zaun und waren ganz aufgeregt. Auch wenn wir nichts entdecken konnten, wird es vermutlich eine Katze oder ein Fuchs gewesen sein, den sie vertrieben haben.

Egal, ob morgens oder abends, anschließend sitzen beide vor der Tür und warten aufs „Füsse putzen“. Denn auch das gehört zum festen Ablauf, bei dem Emile immer ganz besonders eifrig ist und sofort ein Pfötchen nach dem anderen reicht. Erst er, dann Bijou, denn Emile kann viel schlechter warten und drängt sich immer vor. Außerdem dauert es bei ihr länger, da sie ein langes Fell hat, in dem sich allerlei Schmutz verfängt, so dass auch ihr Bauch immer gerubbelt und geputzt werden muss, was sie besonders genießt.

Dann gibt es Frühstück in Form von getrocknetem Pansen, Dörrfleisch, getrockneter Lunge, getrockneten Fischchen und ein „Zahnstängchen“, wie wir die Kaustangen nennen, die dazu beitragen, dass sich kein Zahnstein bildet. Seitdem Bijou sie regelmäßig frisst, musste sie nicht mehr zum Zahnsteinentfernen. Emile hatte bisher noch gar keine Probleme damit, weil er ja noch jung ist. Er bekommt aber sein Frühstück auch nicht einfach so, sondern liebt es, wenn er sein Pansenstück entweder – im Sommer im Garten – geworfen kriegt oder es versteckt wird. So hat er jeden Tag Ostern und fängt meist schon an zu suchen, sobald man die Hand in die Tüte gesteckt hat oder einmal damit um den Tisch gelaufen ist. Während er dann schon fleißig sucht, ist genügend Zeit, es zu verstecken. Meist findet er es zwar schnell, aber da er dann überschwänglich gelobt wird, ist er superstolz und trägt seine Beute erhobenen Schwanzes in sein „Nest“, wie wir sein Körbchen nennen (irgendwie hat man so seine eigene Sprache mit den „Mäusen“….).

Spaziergänge sind ja für alle Hunde die Höhepunkte des Tages. Gelegenheit dazu gibt es in Köln reichlich. Denn im Bundesvergleich belegt die Domstadt mit mehr als 80 ausgewiesenen Hundefreilaufflächen vorderste Ränge. Daneben gibt es in den Randbereichen auch einige Gebiete, in denen frei laufende Hunde ebenfalls geduldet sind. Das sind die Landschaftsschutzgebiete, zu denen zumeist die Stadtrandgebiete ohne Bebauung und die Flächen entlang des Rheins zählen. Dort dürfen Hunde auf den Wegen unangeleint laufen, diese aber nicht verlassen. Wo genau es aber im Stadtgebiet die Freilaufflächen gibt, findet man auf der städtischen Internetseite oder im Hundeführer „Fred und Otto unterwegs in Köln“.

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