Herzkrank

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Schon länger habe ich nichts mehr gepostet. Das lag an verschiedenen Dingen, dem Tod meiner Mutter, vielen Aufträgen und daran, dass die arme Bijou herzkrank ist. Schon im vergangenen Jahr, als wir auf dem Weg in den Urlaub waren und sie in Aschaffenburg haben scheren lassen, sagte der Hundefriseur, der gleichzeitig auch Tierheilpraktiker ist, dass Bijou starke Herzgeräusche habe. Nach unserer Rückkehr war ich natürlich mit ihr beim Tierarzt, der das bestätigte. Er meinte jedoch, solange sie keine Symptome zeige, bräuchte man auch nichts zu unternehmen.

Doch dann im Herbst kippte sie das erste mal um. Es war bei der Begrüßungszeremonie, bei der sie manchmal richtig hochfährt und mich mit Freudengebell begrüßt. Das Gebell ging dann plötzlich in Husten über. Sie kam zu mir und brach zusammen. Sie lag auf der Seite und streckte ihren Kopf nach hinten. Das dauerte einige Sekunden, dann richtete sie sich wieder auf und schaute mich benommen an. Nach wenigen Minuten stand sie wieder auf, war aber ziemlich verwirrt über das Ganze.

Natürlich ging es sofort zum Tierarzt, der sie röntgte und ein kleines Lungenödem fand. Und ein Herzultraschall ergab, dass ihre Herzklappen nicht mehr richtig schließen. Der Tierarzt meinte, ihre Ohnmacht sei eine Synkope gewesen. Das ist ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust in Folge einer Minderdurchblutung des Gehirns, die nach der Ohnmacht zu raschen Reorientierung führt. Sie entsteht, wenn das Herz entweder aufhört zu schlagen oder aber rast und dann der Blutdruck stark abfällt. Beim Menschen wird dagegen entweder ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator eingesetzt, bei Hunden kann man nur mit Medikamenten arbeiten.

Der Tierarzt verschrieb Bijou zwei Herzmedikamente und ein Entwässerungsmittel. Leider vertrug sie diese Kombi nicht, kotzte und fraß ganz schlecht. So reduzierten wir die Menge. Von dem Mittel Cardisure 2,5 mg (https://imedikament.de/cardisure-flavour-10-mg-tabletten-fuer-hunde) bekommt sie nur noch eine halbe morgens und abends, von dem Entwässerungsmittel (Furotab 40, https://imedikament.de/furotab-40-mg-tabletten-fuer-hunde-und-katzen) nur eine Viertel Tablette einmal täglich und das zweite Herzmittel wurde zunächst abgesetzt. Das ging eine Zeit lang gut, dann bekam sie wieder Anfälle – nicht bei der Begrüßung, da werde ich direkt energisch, wenn sie sich zu sehr freut -, sondern einfach nur, weil sie zu einem Mann wollte, der ihr immer Leckerchen gibt und an der Leine war, so dass sie nicht schnell genug hin kam. Jetzt bekommt sie doch das zweite Herzmittel (Fortekor 2,5mg, http://www.tiermedizinportal.de/medikamente/fortekor/483448), das den Druck auf das Herz mindert. Eigentlich sollte sie eine ganze kriegen, fing aber nach der Gabe wieder an zu kotzen. Mit der halben Tablette scheint es jetzt erst einmal zu gehen.

Erstaunlicherweise kommen die Anfälle nicht bei jeder Anstrengung. Wenn sie mit Emile schnell hinter einem Eichhörnchen her rennt oder aber am Zaun entlangrast, um aufzupassen, hat sie keine Anfälle – vielleicht weil dann er Kreislauf insgesamt hochfährt und nicht nur das Herz anfängt zu rasen? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hoffe ich sehr, dass Bijou mit den Medikamenten doch noch ein schönes Leben hat, schließlich ist sie ansonsten fit. Sie sieht und hört nur ein bisschen schlechter, aber hat keinerlei Probleme mit dem Skelett und springt oft vergnügt wie ein junger Hund umehr. Im Mai wird sie 15.

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Wenn Hundeseelen weinen

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Wie Menschen leiden auch Hunde an Krankheiten, deren Ursachen seelisch sind. Der Verlust eines Rudelmitgliedes oder Rudelführers durch Trennung oder Tod ist eins der Dramen im Leben eines Vierbeiners. Und bekanntlich kann Stress zu Erkrankungen oder körperlichen Symptomen führen. Evolutionsgeschichtlich eigentlich etwas Nützliches, ist Stress eine Anpassungsreaktion des Körpers. Unterschieden wird positiver Stress (Eustress) und negativer Stress (Disstress). Während der erste beflügeln kann, wirkt der zweite sich auf Dauer als Krankmacher aus. Bei beiden jedoch wird der Körper  in einen Aktivitätszustand versetzt, um beispielsweise zu kämpfen oder zu flüchten.

Es kommt zu einem Anstieg von Cortisol aus der Nebennierenrinde, was eine Erhöhung des Blutglucosespiegels durch den Abbau von Muskulatur und Umwandlung in Zucker nach sich zieht. So reagiert der Körper sowohl vom Immunsystem her, als auch vom gesamten Stoffwechsel verlangsamt. Bemerkbar macht sich das beim Menschen oftmals durch gehäufte Infekte, der Körper wird insgesamt schlechter entgiftet und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Dadurch werden die Zellen schlechter versorgt. Leber und Niere sind durch den verlangsamten Stoffwechsel mehr belastet, weil sie mehr Abbauprodukte entsorgen müssen. Das kann sich in Allergien oder Störungen im Magen-Darm Trakt führen.

Letzteres hatte Emile, denn er und Bijou hatten Stress durch die Trennung von meinem Lebensgefährten. War ihnen zunächst nichts anzumerken, stellte sich bei Emile nach einiger Zeit ein hartnäckiger Durchfall ein. Da er ein eher zurückhaltender und schüchterner Hund ist, bestand das Drama für mich darin, dass er sich nicht meldet, wenn er nachts raus musste. So hatte ich jeden Morgen ein bis zwei Durchfall-Haufen zu beseitigen. Der Weg zum Tierarzt war unausweichlich und der vermutete nach der Untersuchung eine psychosomatische Erkrankung und verschrieb das homöopathische Mittel Nux Vomica. Das wirkt zum einen auf den Magen-Darm-Trakt und zum anderen soll es der Seele helfen. Eine Paste, die die Darmwand abdichten sollte, kam hinzu. Emile erhielt nun besondere Zuwendung von mir. Vermehrte Schmuseeinheiten, Spiele, Spaziergänge.

Als auch das nicht wirklich half, veranlasste ich eine Stuhlprobe. Die ergab drei Spulwurmeier und drei Giardieneier. Das war zumindest mal ein kleiner Grund, auch wenn es eigentlich nicht so dramatisch war, um einen solchen starken Durchfall hervorzurufen. Eine fünftägige Wurmkur brachte immer noch nicht wirklich Abhilfe. Ich versuchte es schließlich mit Kohletabletten, die wenn ich sie gab, den nächtlichen Durchfall verhinderten, aber wenn er sie nicht bekam, war das Unglück wieder da. Schließlich habe ich es mit Perenterol versucht und auch der zeitliche Ablauf arbeitete ja für mich. Jetzt ist soweit alles wieder gut und Emile hat sich wohl auch mit der Situation abgefunden.

Auch Bijou zeigte körperliche Symptome. Sie hatte extremen Haarausfall. Das hat sich eigentlich immer, wenn sie Stress hat. Aber auch hier hat der zeitliche Ablauf und viel Zuwendung Verbesserung gebracht. Die Trennung ist jetzt zwei Monate her und die Zwei kommen damit zurecht, dass wir jetzt nur noch zu Dritt sind. Sie kommen zwar nicht mehr ins Schlafzimmer, um neben dem Bett auf dem Fell zu schlafen, aber ich denke, das wird sich vielleicht auch wieder ändern. Und wenn er zu Besuch kommt, machen sie immer einen Riesenaufstand. Dann ist Emile anschließend immer wieder ein bisschen verstört. Eigentlich wollten wir das so handhaben, dass die Hunde auch mal bei ihm bleiben, Emile ist schließlich sein Hund. Ob und wie das klappen wird, wird die Zeit zeigen. Und die heilt nun mal alle Wunden – bei Tier und Mensch…

s.a.: https://www.facebook.com/meinhundhateineseele

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Tierdrama im Westerwald – Hunde die keiner will

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Es war am Dienstag vor zwei Wochen, als ich bei meinem (Ex-)Freund im Westerwald zu Besuch war. Vier Hunde liefen über die Wiese und kamen angerannt, als sie Emile und Bijou erblickten. Ein Cocker Spaniel, eine weiterer kleinerer Hund und zwei größere liefen auf das Grundstück und machten sich gleich über die Näpfchen von Emile und Bijou her. Sie waren sehr freundlich und neugierig, aber stanken entsetzlich. Auch eine Nachbarin hatte die Tiere entdeckt und kam herbei, um zu erfahren, wem sie gehörten. Es liefen noch weitere Hunde herum, meinte sie.

Und tatsächlich: ein Golden Retriever und ein weiterer Hund liefen Richtung viel befahrener Bundesstraße. Wir riefen die Polizei. Die wiederum zeigte sich zwar wenig interessiert, verständigte aber immerhin das Ordnungsamt, während wir versuchten, die Hunde bei uns zu halten, damit sie nicht auf die Straßen liefen. Nach einem erneuten Telefonat teilte das Ordnungsamt mit, dass sie vermuteten, woher die Hunde stammten. Sie würden die Besitzerin verständigen, wir sollten warten. Zwischenzeitlich hatte mein Ex in Erfahrung gebracht, wo die Hunde hingehörten. Direkt neben der Kirche sei ein Anwesen, in dem unzählige Hunde lebten.

Wir leinten die drei bei uns verbliebenen Ausbrecher an und gingen in Richtung des Hauses. Dort bot sich uns ein trauriges Bild. Hinter einem Zaun mit Sichtschutz bellten unzählige Hunde. Auch in einem Schuppen neben einem herunter gekommenen Haus waren Hunde. Wir blickten durch Löcher im Zaun und sahen, dass manche Tiere krank waren. Überall lagen Schlachtabfälle wie Rinderbeine und Hufe herum. Wir warteten knapp eine Stunde auf die Besitzerin, während wir die weiteren Hunde, die schon entlang der Bundesstraße gelaufen waren, bei uns behielten.

Schließlich kam eine junge Frau in einem alten Auto, in dem vier weitere Hunde bellten. Sie käme aus dem Tierheim in Troisdorf, wo sie als Trainerin arbeite, sagte sie, nahm die Hunde und brachte sie wieder in das umzäunte Gelände. Wir hakten nach, was das denn für Hunde seien und warum so viele und warum manche krank seien. Der Golden Retriever beispielsweise hinkte und hatte eine offene Wunde an der Pfote. Das sei Krebs und nicht zu behandeln. Die Tiere seien alle unter tierärztlicher Kontrolle. Schließlich erzählte sie, dass sie mit anderen zusammen einen Verein gegründet hatte, der sich um problematische Hunde kümmern sollte (ProtecTier.e.V.). Das seien Tiere, die durch Beiß- oder sonstige Vorfälle auffällig geworden seien und die ihre Besitzer abgegeben hätten. Als Tiertrainerin habe sie die Tiere resozialisieren solle, der Verein habe sich aber wegen finanziellen Unregelmäßigkeiten im vergangenen Jahr aufgelöst und zurück blieben 21 Hunde. Der Kreisveterinär sei eingeschaltet und habe sogar vorgeschlagen, manche der Tiere zu töten.

Wie einiges, was die junge Frau erzählte, erwies sich dies jedoch als falsch. Auch im Tierheim in Troisdorf war sie unbekannt. Der Kreisveterinär wusste zwar Bescheid, war aber nicht über das Ausmaß des Ganzen informiert. Nach meiner Kontaktaufnahme schickte er noch am selben Tag einen Mitarbeiter dahin, der anordnete, dass drei der Tiere sofort einem Tierarzt vorgestellt würden, was wohl auch geschehen ist. Der Kreisveterinär sagte zu, dass er das Ganze weiter im Blick haben wollte, konnte aber nicht weiter eingreifen, weil keine tierschutzrechtlichen Belange betroffen waren. Kleine Tierheime, die aber in vorliegenden Fall nicht weiterhelfen könnten, gebe es in Hachenburg, in Hamm/Sieg, in Montabaur und in Ransbach-Baumbach, größere erst in Koblenz, Andernach und Limburg.

„Die Unterbringung der Hunde im Tierheim, sofern man dort überhaupt Plätze bekommt, würde aber bedeuten, dass die Hunde sich erst einmal dort eingewöhnen müssten, was in Anbetracht der labilen Psyche einiger Hunde bereits ein Problem darstellen könnte“, sagte er. Hinzu komme die Schwierigkeit, die Tiere in geeignete Hände zu vermitteln, sodass einige sich absehbar zu Dauergästen entwickelten und dort Kapazitäten blockierten. Darum sollten die Tiere besser unmittelbar durch die Frau vermittelt werden, meinte er und sagte zu, die weitere Aufnahme von Hunden durch die Frau strikt unterbinden zu wollen. Aufgrund der Vielzahl der Tiere, die das Kreisveterinäramt selbst beschlagnahme und unterbringen müsse, gebe es derzeit keine Möglichkeit der anderweitigen Unterbringung.

Obwohl die Frau laut eigener Aussage die Tiere gerne abgeben würde und sich kooperativ zeigte, findet sich aber keiner, der sie nimmt. Sie selbst kann die Haltung langfristig vermutlich weder finanziell, noch praktisch weiter alleine stemmen. Meine Versuche zu helfen, in dem ich das öffentlich mache, scheiterten am Desinteresse der Medien. Gar nicht gemeldet hat sich die für den Westerwaldkreis zuständige Rheinzeitung, der WDR hat abgelehnt, der SWR hat sich nicht gemeldet und die Bild-Zeitung hat sich nach anfänglichem Interesse auch nicht mehr gemeldet. Für Spiegel-online sei es zu regional und Stern-TV interessierte sich nicht dafür. Lediglich das Dogs-Magazin nannte ein paar Namen, an die man sich wenden könnte, wollte die Geschichte aber nicht bringen, weil die Redaktion bis weit in das nächste Jahr schon die Themen geplant habe.

Das Traurige an der Geschichte ist, dass immer mehr Tiere aus dem Ausland nach Deutschland geholt werden, aber solche Tiere hier im Land keine Chance erhalten – sie fallen einfach durch das Raster. Leider weiß auch ich nicht, wie ich da weiter helfen kann und hoffe jetzt auf den Deutschen Tierschutzbund und Tierfreunde, die da helfen können.

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Zeckenfieber – Blutuntersuchung bei Bijou

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Bijou ist nun einmal eine ältere Dame. Auch wenn man es ihr nicht anmerkt, ist sie schließlich schon elf Jahre alt. Darum lasse ich von Zeit zu Zeit ihr Blut untersuchen und dieses Mal wollte ich auch einen Erreger-Nachweis haben, der normalerweise nicht automatisch gemacht wird. Und das war goldrichtig, wie ich nun feststellen musste. Der Ehrlichien-Titer lag bei 1:200, obwohl Bijou keine Symptome zeigte, wie ich dachte. Ein Titer, der sieben bis 21 Tage nach der Infektion höher als 1:10 ist, ist beweisend für Ehrlichiose.

Die von Zecken übertragene Infektion mit Bakterien, auch Zeckenfieber genannt, ist eine akute bis chronische Krankheit. Die klassische Form kommt in den Tropen und Subtropen vor. Aber durch die Klimaveränderung gibt es auch in Deutschland, insbesondere im Süden, die Braune Hundezecke, die die Ehrlichien überträgt. Der Körper bildet zwar hohe Antikörperspiegel, diese wirken jedoch nicht schützend.

Die Symptome sind meist unspezifisch. Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen zeigen die Tiere in der Akutphase ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten oder schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten und eventuell zentralnervöse Störungen wie Muskelzucken. Das alles konnte ich bei Bijou nicht feststellen, lediglich das Erbrechen zeigte sich einmal, aber verschwand nach einem Tag wieder und ich dachte, sie hätte irgendetwas Falsches gefressen.

Nach zwei bis vier Wochen geht die Akutphase in ein subklinisches Stadium über und kann über Wochen bis Jahre andauern. Die Tiere bleiben zwar infiziert, zeigen aber keine Symptome. So wie Bijou, die nur das Muskelzittern hatte und das schon lange. Deshalb hatte ich in der Vergangenheit schon einmal einen Tierarzt in Köln konsultiert, der aber meinte, das könne das Terrierzittern sein, da in ihr ja ein kleines bisschen Terrier steckt. Da sie sonst topfit war, habe ich mir keine Gedanken gemacht.

Als ich Bijou vor zehn Jahren aus Ibiza bekam, hatte sie Babesiose und Ehrlichiose, was beides mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Im Blutbild war danach alles in Ordnung. Das späte Stadium der Ehrlichiose zeigt indes Blutungen und Ödeme, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut, Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen sowie Meningoenzephalitis mit Krämpfen, was Bijou ja alles zum Glück (noch) nicht hatte.

Mein Tierarzt (http://www.tierarztpraxis-eckert.de/) verordnete also Doxycyclin als Antibiotikum, das auch Menschen bei diversen Infektionen bekommen. Insgesamt muss Bijou es über zwei Wochen zweimal täglich als Viertel-Tablette, immer lecker in Leberwurst verpackt und mit dem Futter, damit sie keine Magen-Darmprobleme bekommt, nehmen. Jetzt nach über einer Woche ist das vermeintliche Terrierzittern fast verschwunden. Ich bin superfroh, dass wir die Infektion rechtzeitig entdeckt haben, bevor Bijou andere Symptome zeigte.

Was für Menschen gilt, gilt also auch für Hunde: man sollte regelmäßig einen Blut-Check machen. Keine Angst vor den Kosten, denn dabei kann man auch gleich den Impf-Titer checken. Das kostet nicht mehr, als die unnötigen jährlichen Impfungen und verhindert den Ausbruch schlimmerer Krankheiten.

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Emile ist verletzt – war es ein Wildschwein?

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Es war am Donnerstag. Ich musste zu einem Termin und hatte keine Zeit für den morgendlichen Hundespaziergang. Darum ging Rolf mit Emile und Bijou. Als er nach Hause kam rief er: „komm‘ schnell runter“. Ich raste zur Terrassentür und da stand Emile. Nicht nur seine Ohren hingen, auch die Haut an seiner rechten Vorderlauf hing weit herunter, ebenso wie unter seiner Brust. „Wir müssen sofort zum Tierarzt“, rief ich und schon hatte Rolf das Auto geholt und eine Decke auf die Rückbank gelegt. Währenddessen versuchte ich unseren Tierarzt zu erreichen.  

In der Praxis ging niemand dran – es war ja noch vor neun Uhr. Also probierte ich das Handy und er meldete sich. Er sei auf dem Weg zur Praxis und in einer viertel Stunde da – die gleiche Zeit, die wir dorthin brauchen. Ich musste weg und Rolf fuhr mit Emile zur Praxis. Schon nach kurzer Zeit kam auf dem Weg zu meinem Termin der erlösende Anruf: Es ist nur eine Hautverletzung, muss aber genäht und auch noch ein Stück eingeschnitten werden, damit es gerade wieder zusammenwächst – OP eine Stunde, Um 12 Uhr könne er abgeholt werden.

Als ich am Nachmittag wieder nach Hause kam, lag Emile in seinem Körbchen, aber ohne Verband. Rolf erzählte, dass er schon wach war, als der Verband angelegt werden sollte. Aber das hatte er nicht mehr zugelassen. Er war vor Angst vom OP-Tisch gesprungen. Also musste ein sauberes T-Shirt von mir herhalten. Ich zerschnitt es und zog es ihm über, so dass alle Wunden sauber abgedeckt waren. Seither läuft er nun mit dem T-Shirt durch die Gegend. Aber es geht ihm schon wieder ganz gut. Die Schmerzmittel konnten wir absetzen – man merkt ihm sehr gut an, ob er Schmerzen hat.

Stattdessen bekam er Staphisagria. Das ist ein homöopathisches Mittel, das bei Schnittwunden und Operationen hilft (weitere Mittel gibt es in Fred & Otto unterwegs in Köln). Genau das hatte ich Bijou auch gegeben, als sie kastriert wurde und ich konnte nach drei Tagen das Schmerzmittel absetzen. Was er noch bekommt, ist Antibiotika, da Schmutz in der Wunde war. Auch wenn ich das nicht gerne tue und lieber kollodiales Silber gegeben hätte, muss er es jetzt drei Tage bekommen, da der Tierarzt es ihm ja schon gegeben hatte und es nicht einfach abgesetzt werden sollte.

Wie es zu der Verletzung kam, ist indes unklar. Er war vorgelaufen und plötzlich losgestürmt, Bijou hinterher. Im Wald hörte Rolf Bijou bellen. Das ist eher ungewöhnlich, wenn sie einem Tier hinterherlaufen. Als Emile zurückkam, hatte er diese Verletzungen. Weit und breit gibt es an dieser Stelle jedoch keinen Stacheldraht, dafür aber ein riesiges Maisfeld, in dem regelmäßig Wildschweine hausen. Da das Verletzungsbild durchaus dem eines Wildschweinangriffs entspricht – das sind zumeist Schmittverletzungen im vorderen Brust-, aber auch im Bauchbereich, hervorgerufen durch die messerscharfen Hauer – könnte das also durchaus sein.

Ich fürchte, wir werden es nie erfahren, rate aber allen anderen Hundebesitzern zu Vorsicht, insbesondere in der Nähe von Maisfeldern. Es hätte durchaus auch schlimmer kommen können. Wildschweine haben Hunden auch schon mal den Bauch aufgerissen.  

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Sommerhitze – des einen Freud, des anderen Tod

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„Die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage haben viele herbeigesehnt. Und auch jetzt im Frühjahr gilt es schon daran zu denken, dass Tiere nicht zu diesen Sonnenanbetern gehören. Denn Hund, Katze und Co. können sich nicht durch Schwitzen über die Haut abkühlen, sondern allein durch Trinken beziehungsweise durch Hecheln. Weil viele Tierhalter das nicht wissen, sterben jährlich unzählige Tiere“, vermeldet der Deutsche Tierschutzbund in einer Pressemitteilung.

Emile und Bijou sind, was das Sonnenbaden angeht, ganz unterschiedlich. Während Emile stundenlang im warmen Sand oder auf der Wiese in der Sonne ausharrt, ist es Bijou mit ihrem langen Fell schnell zu warm und sie fängt an zu Hecheln. Besonders schlimm ist es im Auto, da hechelt sie ohnehin, ob Sommer oder Winter, weil sie das Fahren stresst. Wichtig ist dann insbesondere eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, obwohl sie erst eine Zeit braucht, bis sie trinkt. Wenn sie aussteigt, ist sie noch zu aufgeregt und muss erst ein bisschen hin- und herlaufen, bis sie Wasser nimmt.

Grundsätzlich sollte man im Sommer immer große Hitze meiden und das Gassigehen in die Morgen- und Abendstunden sowie in schattige Waldgebiete verlegen. Auf gar keinen Fall dürfen Hunde im Sommer länger im Auto gelassen werden, denn selbst bei bewölktem oder schwülem Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur im parkenden Fahrzeug rasch auf 50 Grad und mehr an. Außerdem wandert die Sonne und das im Schatten abgestellte Fahrzeug steht nach kurzer Zeit wieder in der Sonne. Schnell sind für Tiere unerträgliche Temperaturen erreicht. Da nutzt auch kein geöffnetes Schiebedach oder ein geöffnetes Fenster.

Die Folgen von Überhitzung sind Übelkeit und Kreislaufprobleme. Warnsignale von Überhitzung sind glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals. Außerdem sind Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit Anzeichen für einen Hitzeschlag, der im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Wenn diese Symptome auftreten sollte man schnellstens mit nassen Tüchern oder Wassergüssen für Abkühlung sorgen und einen Tierarzt aufsuchen. Weitere Tipps zum Thema gibt er unter: www.tierschutzbund.de/tiere-hitze

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Gegen Zecken und Milben ist ein Kraut gewachsen

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Tierärzte empfehlen gegen Zecken am liebsten Spot-On-Präparate wie Frontline. Hunden, die darauf mit Hautirritationen reagieren wird auch gerne ein Parasiten-Halsband empfohlen. Meine Erfahrungen mit diesen Produkten sind nicht besonders gut. Als ich Bijou gerade neu hatte, sie kam ja aus den „verseuchten Mittelmeerländern“, brachte sie nicht nur Flöhe mit, sondern auch durch die dortigen Zecken ausgelöste Krankheiten wie Babesiose und Ehrlichiose. Beides war mit Antibiotika gut in den Griff zu kriegen und die Flöhe verschwanden dank Frontline.

Da es so gut geholfen hatte und der Tierarzt empfahl, Frontline regelmäßig auch gegen Zecken und anderes Ungeziefer zu verabreichen, habe ich ihr das insgesamt dreimal – in den empfohlenen Abständen natürlich – verabreicht. Nach dem zweiten Mal lag sie abends bei mir auf dem Schoß, war ganz apathisch und speichelte. Da es am Wochenende war, fuhr ich zum tierärztlichen Notdienst, der sie untersuchte und meinte, sie hätte vielleicht eine Infektion. Vom Spot-On könne so etwas jedenfalls nicht kommen, meinte er auf meine Vermutung hin und verabreichte ihr sicherheitshalber mal ein Antibotikum. (!)

Nach dem nächsten Auftragen einige Zeit später zeigten sich jedoch die gleichen Symptome und mir wurde klar, dass dies tatsächlich mit dem Präparat in Zusammenhang stand. Ich recherchierte im Internet und fand heraus, dass es sich bei dem Mittel um ein Nervengift handelt, das laut Bayer nur selten Nebenwirkungen verursachen sollte. Da aber die im Internet beschriebenen Vergiftungserscheinungen exakt dem entsprachen, was sich bei Bijou zeigte, war bei mir sofort klar, dass es damit zusammenhing, auch wenn der Tierarzt das vehement verneinte.

Inzwischen weiß ich, dass Collies wegen einer bestimmten Genmutation diese Giftpräparate nicht vertragen. Das legte nun den Verdacht nahe, dass Bijou ihr voluminöses Fell wohl einer Collimischung (vielleicht ein Sheltie?) verdankt. Auch wenn sich das also auf bestimmte Hunderassen beschränkt, sollte verantwortungsvollen Hundebesitzern die Geschichte doch zu denken geben. So bestätigt auch die österreichische Tierärztin Dr. Jutta Ziegler in ihrem Buch „Hunde würden länger leben, wenn ….“ (http://www.dr-ziegler.eu/) dass diese chemischen Giftkeulen dem Hundeorganismus auf Dauer erheblich schaden können.

Leider hat sich diese Meinung bei den hiesigen Tierärzten offensichtlich noch nicht so durchgesetzt. Für mich und meine Tiere kommt das Zeug aber jedenfalls nicht mehr in Frage. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gesunder Hund an einem Zeckenbiss erkrankt, ist nach Auffassung von Dr. Ziegler eher gering im Hinblick auf die Tatsache, dass er durch den ständig verabreichten Giftcocktail Krebs oder sonstige (tödliche) Krankheiten bekommt.

Was also tun bei Zecken? Neben ätherischen Ölen wie Teebaum- und Zitronenöl sowie Lavendel oder Pfefferminz, die allerdings weniger wirksam sind, schwören manche Hundebesitzer auf Knoblauch gegen Zecken. Ins Futter gemischt, soll der Geruch die Insekten abschrecken. Hierbei ist allerdings die Dosierung wichtig, da zuviel Knoblauch die Blutplättchen des Hundes verkleben kann. Andere empfehlen Kokosöl, das ins Fell eingerieben wird. Es gibt aber auch einen Zeckenschutz-Chip am Halsband, der den Hund mit Hilfe von Bioresonanz vor Zecken schützen soll. Er kostet um die 25 Euro und soll 24 Monate halten. Und auch Bernstein am Halsband soll die diese Wirkung haben.

Das alles habe ich zugegebenermaßen bisher noch nicht probiert, denn als wir noch in Köln wohnten (bis Herbst 2012), haben die beiden kaum Zecken gehabt. So habe ich gar nichts verabreicht beziehungsweise manchmal eine spezielle Mischung von ätherischen Ölen, die ich im Zoohandel bekommen habe. Die musste den Hunden vom Kopf bis zum Schwanz in einem Abstand von etwa drei Zentimeter auf den Rücken geträufelt werden. Das hat ganz gut funktioniert, aber Emile und Bijou waren davon nicht so sehr begeistert, da es sehr intensiv roch.

Bei den Recherchen zu meinem Hundestadtführer „Fred und Otto unterwegs in Köln“ entdeckte ich aber im vergangenen Sommer bei einem Tierarzt Inuzid-Spray. Das war gerade frisch auf den Markt gekommen und der Hersteller, die Firma Inuvet Hundegesundheit GmbH, warb sogar mit einer Rücknahmegarantie für den Fall, dass sich trotzdem Zecken über den Hund hermachen. Erhältlich ist das nur aus natürlichen Wirkstoffen, nämlich Mutterkraut, bestehende und geruchsneutrale Produkt nur beim Tierarzt. Der einzige Nachteil ist, dass man den Hund alle drei Tage aufs Neue damit einsprühen muss. Aber dank des ebenfalls darin enthaltenen Sesamöls wird das Fell superschön glänzend. Bei uns jedenfalls ist das bis jetzt das Mittel der Wahl.

Ob es aber auch in südlichen Ländern gute Dienste leistet, kann ich noch nicht sagen, denn da herrschen ja verschärfte Bedingungen, warum und welche erzähle ich im nächsten Beitrag.

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Hund vergiftet – oder was Parasiten tötet, schadet auch dem Hund

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Nicht nur bei Hunden können Homöopathie und Hausmittel oftmals bessere Dienste leisten als Chemie. So reagieren etwa leichtere Beschwerden mit den Atemwegen, der Verdauung, Muskeln und Sehnen, Entzündungen oder Fieber sehr gut auf Homöopathie. Hier gilt, dass innerhalb von 24 Stunden nach der Gabe des Mittels die Besserung eintreten sollte, ansonsten hat man das falsche gewählt oder muss zu etwas anderem, unter Umständen doch zu herkömmlichen Medikamenten greifen. Wenn der Hund sehr krank ist, kann das ja auch sinnvoll sein. Allerdings: Viele werden auch erst durch die chemischen Keulen krank, mit denen die meisten Tierärzte sie rein prophylaktisch malträtieren.

In ihrem Buch „Hunde würden länger leben, wenn…“ plädiert die österreichische Tierärztin Jutta Ziegler (http://www.dr-ziegler.eu/) für den Einsatz von natürlichen Mitteln. Sie beschreibt die Leidenswege vieler Tiere, deren Allergien und Krankheiten erst durch zuviel Chemie entstanden sind. Das fängt etwa an mit viel zu häufigen, nämlich jährlichen, Impfungen (die meisten halten drei Jahre), geht weiter über den viel zu häufigen Antibiotika-Einsatz und führt sich fort in der – zumeist rein vorbeugenden – Parasitenbekämpfung.

Die meisten Tierärzte raten dazu, Hunde drei- bis viermal jährlich prophylaktisch zu entwurmen. Das sind dann so 50 bis 60 (!) Entwurmungen im gesamten Hundeleben – und bringt den Tierärzten Geld. Es zerstört aber auch die natürliche Darmflora der Hunde und das zur Folge, dass der Darm viel anfälliger wird für neue Würmer. Denn ein gesunder Darm kann mit einem geringen Befall normalerweise alleine fertig werden, wie die Tierärztin schreibt. In der Natur etwa fressen Wölfe instinktiv bestimmte Kräuter, Knollen und Pflanzenextrakte, die die Würmer im Darm lösen und abführen.

Hundebesitzer, die nicht selbst mit Kräutern hantieren möchten, können auch auf fertige Mittel zurückgreifen. Im Internet gibt es beispielsweise Anti Forte Wurm-Formel Kapseln. Die Kräuterkapseln werden einmal verabreicht, was bei Bedarf nach zehn Tagen noch einmal wiederholt werden kann. Der Darm ist geschont und die Würmer sind weg. Wer das kontrollieren lassen möchte, kann drei Tage hintereinander die Häufchen einsammeln und sie zur Untersuchung ins (Tierarzt-)Labor bringen.

Laut Ziegler hilft aber auch eine artgerechte Ernährung mit rohem Fleisch. Die Rohfütterung ist allerdings eine Wissenschaft für sich und birgt die Gefahr, dass der Hund zu einseitig ernährt wird und nicht alles erhält, was er so braucht. Viele fressen nämlich nur das Fleisch und lassen das Gemüse, das zugefügt werden sollte, einfach liegen. Aus diesem Grund machen wir es uns bei Emile und Bijou einfacher. Sie bekommen rohes Fleisch auf das (hochwertige!) Trockenfutter. So haben beide sowohl den rohen Anteil, als auch die anderen Stoffe, die ihr Körper braucht. Und die Darmbakterien werden geschult. Denn Rohfütterung macht sie aggressiver in der Abwehr gegen Parasiten.

Mit der gleichen chemischen Keule werden Hunde auch gegen Zecken und Flöhe vorbeugend behandelt. Während die Hersteller behaupten, die Mittel seien nicht schädlich und ein Zecken- oder Flohbefall viel schlimmer, sieht es in der Praxis laut Ziegler anders aus. Spot-ons wie etwa Frontline enthalten Fipromil als Hauptbestandteil. Das ist zum einen sehr schädlich für Wasserorganismen – der Hund darf damit beispielsweise nicht schwimmen – und zum anderen löst es Schleimhaut- und Augenreizungen bei Mensch und Tier aus. Darum sollten behandelte Tiere auch keinen zu engen Kontakt mit ihrem Besitzer und schon gar nicht mit Kindern haben. Wer mutet seinem Hund so ein Gift freiwillig zu? Wenn man dann noch die Hilfsstoffe betrachtet, die ganz klar krebserregend sind, sollte man sich wirklich fragen, ob man das will.

Bijou hat anfangs nach einer Gabe Frontline erhebliche Vergiftungserscheinungen wie Speicheln und Apathie gezeigt. Ein Tierarzt, der dieses Mittel ganz klar befürwortete, erklärte das damit, dass vielleicht ein Collie in ihrer Mischlingslinie sei. Nur Collies würden auf diese Mittel so reagieren, meinte er. Vor dem Hintergrund, dass Zeckenbisse beim Hund wesentlich weniger Schaden anrichten – vorausgesetzt er hat ein gutes Immunsystem, dass nicht von Chemie zu Grunde gerichtet wurde – und dass nur fünf Prozent der Zecken die Borreliose auslösen, ist das eine klare Gewissensfrage. Ich jedenfalls habe mich nach Alternativen umgeschaut und Bijou hat dieses Mittel nie wieder bekommen. Sie bekommt gar nichts – oder ätherische Öle, die ich vom Kopf bis zum Schwanz im Abstand von wenigen Zentimetern aufs Fell gebe. Das riecht zwar am Anfang ein bisschen, aber verfliegt schnell wieder.

Seit vergangenem Jahr gibt es auch das neue Spray Inuzid, das nur natürliche Inhaltsstoffe enthält. Infos dazu sowie zu weiteren Mitteln gegen Parasiten – wie etwa Zitronen oder Teebaumöl – gibt es in „Fred & Otto unterwegs in Köln“.

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