Artgerecht statt vermenschlicht – ein grundlegender Wandel in der Ernährung

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Für Menschen ist es ein wichtiges Nahrungsmittel, aber das heißt noch lange nicht, dass es auch für Hunde gut ist. Die Rede ist von Getreide. Darüber habe ich schon mehrfach berichtet. Heute flatterte mir aber dazu eine Pressemitteilung des Hundenahrungsherstellers nutricanis auf den Schreibtisch, dessen Inhalt mich noch einmal veranlasst, auf die Zusammensetzung von Futter einzugehen. Laut dem Hundenahrungshersteller findet derzeit ein grundlegender Wandel in der Hundeernährung statt, weg von den vergleichsweise billigen Füllstoffen Getreide, Mais und Soja hin zu einer artgerechten Ernährung.

Bei getreidehaltigem Hundefutter wurde bislang das Nützliche mit dem Praktischen verbunden, doch mittlerweile ist die Forschung deutlich weiter. „Trotz jahrtausendlanger Domestizierung hat sich das Verdauungssystem der Hunde kaum geändert – im Grunde genommen ist es noch immer mit dem der Wölfe identisch. Daher ist es von Natur aus primär auf Fleisch ausgelegt, und nicht auf langkettige Kohlehydrate etwa aus Getreide“, erklärt Hunde-Experte Stefan Butzal von nutricanis. Hunde (und auch Katzen) benötigen im Gegensatz zum Menschen deutlich weniger langkettige Kohlenhydrate, dafür liegt ihr Bedarf an Proteinen umso höher. So kann Getreide vom Hund nicht gut verwertet werden und es kommt bei Hundefutter mit hohem Getreideanteil immer wieder zu Verdauungsstörungen, die sich etwa durch Blähungen und Durchfall äußern. Ein weiteres Indiz für zuviel Getreide ist laut nutricanis häufiges Koten und das Koten von halbverdautem Futter.

Schlimmer als die Verdauungsstörungen sind die Folgen von Mangelernährung, die man dem Hund auf den ersten Blick nicht ansieht. Die schleichende Gesundheitsschädigung und Verfettung durch falsche Ernährung bedrohen immer mehr Hunde, wie der Hunde-Experte betont. Trotzdem sollte nicht ganz auf pflanzliche Bestandteile im Futter zu verzichtet werden. Auch in freier Wildbahn fressen Wölfe Tiere Kräuter, Beeren, Gräser und Obst. Auch Fisch wird von ihnen nicht verschmäht. Die darin enthaltenen Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sind gesundheitsfördernd.

Letztlich kommt es darauf an, dass die Hundenahrung ausgewogen ist. Also einen hohen Anteil an tierischen Proteinen enthält, aber auch den notwendigen Anteil an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Statt billigem Getreide sollte das Futter hochwertige pflanzliche Zutaten wie etwa Erbsen oder Kartoffeln enthalten, die von dem Tier deutlich besser verdaut werden können. Gar nichts verloren im Hundefutter haben künstliche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Zucker und Gluten, mit denen nicht-artgerechte Zutaten „aufgepeppt“ werden, um sie dem Hund schmackhaft zu machen. Gluten und künstliche Geschmacksverstärker gelten als Allergieauslöser bei Hunden. Übrigens gilt das Gleiche auch für Hundesnacks.

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Immer Ärger mit dem Futter – und den Hinterlassenschaften

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Als Hundebuchautorin muss man immer auf dem neuesten Stand sein, dachte ich mir. So stieß ich bei einer meiner Recherchen auf das „Schwarzbuch Tierarzt“. Unter dem Titel „Hunde würden länger leben, wenn….“ (http://www.dr-ziegler.eu/) plädiert die österreichische Tierärztin Jutta Ziegler dafür, sich seinen Tierarzt gut auszusuchen. Sie teilt ihre Berufsgruppe, vereinfacht ausgedrückt, in drei Kategorien ein: die Gierigen, denen es nur ums Geldverdienen geht, die Gleichgültigen, die sich zwar weiterbilden und immer auf dem neuesten Stand sind, aber wenig kritisch mit den Angeboten der Futtermittel- und Medikamentenindustrie umgehen und die Verantwortungsvollen, die nicht einfach behandeln, weil es Geld bringt oder weil die Medikamente-Hersteller empfehlen, den Hund soundsooft im Jahr entwurmen oder impfen zu lassen und die auch die Inhaltsstoffe von Fertigfutter genauestens analysieren.

Das hat mich aufhorchen lassen. Zwar war ich bis jetzt der Meinung, dass Emile und Bijou ein gutes Hundefutter bekommen, aber nach der Lektüre des Buches bin ich nicht mehr so sehr davon überzeugt. Auch wenn ich nicht die Ansicht der Autorin teile, dass nur die Rohfütterung das einzig Wahre ist, habe ich mich nun doch noch mal eingehender mit den Inhaltsstoffen des Futters befasst. Dass im Trockenfutter nur Fleischmehl, statt das Mehl des ganzen Tieres enthalten sein sollte, habe ich bereits vor einiger Zeit ausgeführt, aber nun geht es um den Anteil. Erstaunt stellte ich fest, dass unser teures Hundefutter nur 18 Prozent Fleischanteil enthält – ups, das ist doch ein bisschen wenig. Dafür sind aber jede Menge Vitamine zugesetzt – das ist doch nicht natürlich. Und das Futter enthält nur 24 Prozent Proteine – soviel wie eine „Schuhsohle“, wie die Tierärztin schreibt.

Also, ab ins Internet und nach Futtern gesucht. Und so fand ich ein hochwertiges Hundefutter, das zwar 14 Euro teurer im 15-Kilo-Sack ist, aber sage und schreibe 80 Prozent (!) Fleischanteil und 38 Prozent tierische Proteine enthält. Hinzu kommen Obst, Gemüse und diverse Kräuter – die Inhaltsangaben hörten sich richtig appetitlich an. Zwar sind hier auch ein paar Vitamine zugesetzt, aber nur in ganz geringem Umfang. Auf Getreide kann man bei Hundefutter übrigens grundsätzlich gut und gerne verzichten. Wir müssen es sowieso, da Emile mit Durchfall darauf reagiert.

Getreide ist nur eine billige Energie- und Proteinquelle im Futter. Dabei sind Hunde von Natur aus es gar nicht gewohnt. Sie haben grundsätzlich einen sehr geringen biologischen Bedarf an Kohlenhydraten, wie ich jetzt weiß. Der hohe Kohlenhydratgehalt in Getreide kann zu Übergewicht, Diabetes und Verdauungsproblemen führen. Das ist vermutlich auch der Grund für Emiles übelriechende Winde, die er trotz Getreidefreiheit manchmal hatte. 48 Prozent Kartoffelmehl zeugen ja von jeder Menge Kohlenhydraten. Und auch das Verhältnis von Rohfaseranteil, Rohasche und Rohprotein ist im bisherigen Futter nicht ideal.

Das wird sich nun ändern. Schön, wenn er also demnächst nicht mehr pupst und nicht mehr so viele Häufchen macht. Das kommt auch der Umwelt zugute. Hundekot ist ja ohnehin ein großes Problem in der Landschaft. In Köln sind solche Hinterlassenschaft auf Gehwegen, in Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen die Hauptgründe für Auseinandersetzungen zwischen Hundehaltern und anderen Menschen. Laut Mitteilung der Stadt landen täglich rund acht Tonnen Hundekot auf Straßen und Wegen. Und das, obwohl es 120 Hundekottütenspender im Stadtgebiet gibt.

Wer das Häufchen seines Hundes liegen lässt und dabei erwischt wird, muss je nach Örtlichkeit zwischen 35 und 500 Euro berappen. Letzteres gilt insbesondere für ausgewiesene Spiel- und Bolzfläche. Mehr zu diesem Thema gibt es in „Fred & Otto unterwegs in Köln“.

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