Zuhause gesucht

THDellbrück (2)Das große Bellen begrüßt jeden Besucher, der das Geländes des Tierheims Dellbrück betritt. Den Unterschied, ob es aus 140 oder 100 Kehlen schallt, erkennt der Besucher nicht. Im Tierheim ist dies jedoch wesentlich, denn das vom Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) betriebene Tierasyl platzt aus allen Nähten – sind doch im Dezember erst 20 neue Hunde hinzugekommen. Die Tiere waren bei einer Polizeikontrolle in einem bulgarischen Transporter entdeckt worden. Der sollte sie von Rumänien aus nach Holland bringen.

Laut der Polizei hatten die drei Tiere weder Pässe noch Microchips und sprangen alle frei im Auto herum. Lediglich drei Welpen lagen in einer Schüssel. Die drei Hündinnen mit Welpen verschiedenen Alters sowie die erwachsenen Tiere hatten die fünftätige Tour teilweise in einem extrem schlechten Zustand überstanden. Sie wiesen Hautinfektionen, Parasitenbefall und Bissverletzungen an Pfoten und Schnauze auf.
„Einen sehr kleinen Welpen mussten wir gestern direkt an eine Infusion legen, er war unterernährt und hat zwei eitrige Abszesse“, erzählt Pressesprecherin Sylvia Hemmerling. Im Gegensatz zu einer Schäferhund-Mischlingshündin kam er jedoch durch. Die Hündin war hinten komplett gelähmt und der Tierarzt entdeckte eine Kugel in ihrer Wirbelsäule. Sie musste daher eingeschläfert werden.

„Wir würden niemals Tiere abweisen, auch wenn wir restlos überfüllt sind. Da müssen wir halt improvisieren“, sagt Bernd Schinzel. Der Tierheimleiter sorgt sich derzeit allerdings weniger um die Neuzugänge, als um andere Insassen. Dazu gehören insbesondere die Hunde, die wegen ihrer Rassenzugehörigkeit, ihrer Krankheiten oder ihres Alters schwer vermittelbar sind. Bubu ist eine von ihnen. Die bildschöne braune etwa 13 Jahre alte Hündin leidet an einer Herzinsuffizienz. „Sie bekommt jeden Tag eine Tablette, dann geht es ihr gut“, sagt Schinzel. Wie ihre „Zellengenossinnen“, die zehnjährige Nexie und die gleichaltrige Kolbi wurde Bubu einfach ausgesetzt.

Das gleiche Schicksal erleiden derzeit laut dem Tierheimleiter auch viele Kleintiere. Zwei Hamster wurden in ihren Käfigen einfach neben einem Müllcontainer abgestellt. „Die Zooläden beraten oftmals falsch oder verkaufen vermeintlich gleichgeschlechtliche Tiere, die dann nach kurzer Zeit Junge kriegen“, erklärt Schinzel. Zudem bevölkern auch an die 100 Katzen Gehege. Wenn die Lebensumstände passten und die Interessenten einen seriösen Eindruck machten, könne eine Vermittlung auch schon mal schnell gehen. „Es gibt aber auch Kandidaten, denen wir kein Tier geben, auch wenn wir es noch so nötig haben“, sagt der Tierheimleiter. www.tierheim-dellbrueck.de

s.a.: http://www.inga-spruenken.de/?p=179

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